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Fuchs rettet sich aus dem Fenster

Auf dieses äusserst sympathisch-hypnotische Handyvideo voll Unterländer Lokalkolorit hat mir ein Kumpel aufmerksam gemacht. Ich finde, es verdient wesentlich mehr Aufmerksamkeit als die bisher 91 Aufrufe und sollte schleunigst von allen bloggenden Filmblog-Lesern zum Internet-Meme gemacht werden. Harrschaft, i dawisch’n nimma richtig.

Fernsehtipps, Ausgabe 27/08

Die Fernsehtipps sind einen Tag zu spät dran, ich weiß, dafür sind sie diesmal etwas umfangreicher: ich bin eine Weile auf Urlaub und blogge hiermit schon mal die Tipps für die nächsten zwei Wochen vor.

SONNTAG (6.)

Contact (20.15, ATV) - etwas schwerfälliger, aber für Genre-Freunde doch ansehbarer zerebraler Science-Fiction-Film mit Jodie Foster.

Die Wikinger (20.15, Das Vierte) - Recht ansehbarer Kostümschinken mit Kirk Douglas.

Jeremiah Johnson (20.50, arte) - großartiger Western von Sydney Pollack, mit Robert Redford. Sehr toll.

Die Faust im Nacken (23.15, BR) - genialer Brando-Film von Elia Kazan.

Alice’s Restaurant (1.40, ARD) - Arthur Penns New-Hollywood-Verfilmung von Arlo Guthries Song, sehr fein.

Gimme Shelter (3.00, arte) - Pennebakers Direct-Cinema-Doku über die Stones.

MONTAG (7.)

Zurück in die Zukunft (20.15, ATV) - we’re sending you back to the future!

Rocco und seine Brüder (21.00, arte) - Viscontis Neorealismus-Klassiker.

DIENSTAG (8.)

Gattaca (20.15, Kabel 1) - Interessant inszenierte Science-Fiction-Parabel in toller Besetzung.

Venedig sehen - und erben (20.15, Das Vierte) - witzig-schwarze Komödie.

Der Clou (23.15, NDR) - Redford und Newman und der Entertainer.

MITTWOCH (9.)

Loriots Pappa ante Portas (23.30, WDR) - gelegentlich funktioniert deutscher Humor ja doch!

FREITAG (11.)

Stalker (2.30, 3sat) - 3sat strahlt ein paar Tarkovskys aus und beginnt mit der Reise in die Zone.

SAMSTAG (12.)

Psycho (23.10, ARD)

Die Brücke (0.10, Kabel 1) - Bernhard Wickis deutscher Antikriegsfilm, sehr schön.

Django - Unbarmherzig wie die Sonne (1.50, MDR) - ziemlich toller Italowestern, sehr gelungen.

Andrej Rubljow (3.00, 3sat) - weiter mit Tarkowsky

SONNTAG (13.)

Oscar (9.05, ORF 1) - tolle De-Funes-Komödie, das Remake mit Stallone ist recht bekannt.

Alamo Bay (23.30, BR) - Louis Malle.

Iwans Kindheit (00.15, 3sat) - Nochmal Tarkowsky.

Die restlichen Tipps folgen später. Morgen oder so.

Gort: Klaatu barada nikto

Wird zwar vermutlich kacke, aber der Trailer sieht irgendwie ganz vielversprechend aus. (via AICN)

Gestern gesehen: Österreichisches

Ja, der Leser mag es gar nicht mehr glauben: ich schaffe es tatsächlich mal wieder, ein ordentliches “Gestern gesehen” zu verfassen. Hielt man ja gar nicht mehr für möglich. Ja, ich bin wieder da, und ja, ich hoffe, in den nächsten Tagen etwas fleissiger zu sein, was das Rezensieren angeht. Es gibt viel nachzuholen.

Der besonders regelmäßige und erinnerungsfreudige Leser mag in den Tiefen seines Gedächtnisses noch die Information verkramt haben, dass die Kumpels mir vor geraumer Zeit zum Geburtstag zehn DVDs aus der herrlichen “Edition der Standard” geschenkt haben. Bisher konnte ich noch nicht allzuviele davon genießen, gestern gab’s dann aber gleich zwei.

1. April 2021 - Haider lebt (2002). Äh. Ein Titel, der verspricht, was der Film hält: politische Utopie aus einer mittlerweile längst vergessenen Vergangenheit: In einem amerikanisch besetzten Österreich macht sich Reporter August Diehl (Die Fälscher) auf die Suche nach dem angeblich verstorbenen Ex-Bundeskanzler Jörg Haider und trifft dabei auf Dialektverbot und amerikanischen Imperialismus ebenso wie auf die Überreste des altösterreichischen Rechts/Links.

Trash, das ist ein Wort, das bei Sichtung des grell-ungeschickten Films mit seinen vielseitigen Polemiken schnell aus dem Mund kommt. Ein schlampig zusammengeschustertes, frechbuntes Werklein, dessen in alle Richtungen ausgeteilten Faustschläge brutal, aber nicht wirklich zielgerichtet ausfallen. “[...] ein Werk mit veritablen Stars, die einmal nicht in gepflegten Wortspenden für News und Co Besorgnis artikulieren, sondern ziemlich unbesorgt in die Vollen gehen”, meint der Rückentext der DVD-Hülle, und bezieht sich damit auf Leute wie Peter Turrini und Paulus Manker, die sich hier in polemischen Kurzauftritten die Klinke in die Hand drücken.

Gleichzeitig aber auch ein seltsam antiquierter und irgendwie irrelevant gewordener Film: obwohl noch nicht einmal die halbe Strecke zum Jahr der Handlung überwunden ist, sind die namentlich genannten Politiker (insbesondere Jörg H. und “Königskobra” Riess-Passer) inzwischen ziemlich sang- und klanglos aus der Politik verschwunden, an EU-Sanktionen erinnert man sich nur noch dunkel. Ein seltsames Dokument einer gar nicht so weit entfernten Vergangenheit, die aber genauso gut ein halbes Jahrhundert zurückliegen könnte.

Mann im Schatten (1961) - der ist mal so richtig richtig cool. Krimis findet der Filmking ja meistens eher langweilig, hier ist er aber wieder einmal gerne bereit, eine Ausnahme zu machen. Hinter der Oberfläche des eher biederen Frühsechziger-Krimistücks verbirgt sich nämlich ein hinterfotziger Blick auf Österreich. So wird in den ersten Sekunden des Films Wien vom Offsprecher demaskiert als Großstadt wie jede andere, die hinter Dreivierteltakt und Heurigenromantik genauso ihren Anteil an Tanzspelunken und zwielichten Gestalten zu bieten hat.

Dann jedoch verlagert es sich wieder ins Konventionelle: lang und breit wird Strickmodenfabrikantin Capell eingeführt, die von allerlei Krimi-typischen Intrigen umgarnt wird: ihr Quasi-Partner Villinger (Helmuth Lohner) betrügt sie mit ihrer Nichte, ein mysteriöser Industrieller namens Dr. Melchers bietet ihr ein etwas zu vorteilhaftes Geschäft. Bamm! Die Dame ist tot, und die Polizei ermittelt.

Und die Polizei, das ist in diesem Fall Helmut Qualtinger als Oberpolizeirat Dr. Radosch. Die Umstände des Mordes werden von der Spurensicherung mit geradezu voyeuristischer Grausamkeit offengelegt, und Radosch und sein sehr deutscher Ermittlungspartner aus Düsseldorf (der nur zu gerne auf allzu österreichische Eigenschaften aufmerksam macht) begeben sich auf eine lange Spurensuche, die so unergiebig ist, dass sie beinahe schon kottaneske Züge annimmt.

Großartig - es passt ins Gesamtbild, dass Qualtinger wenige Monate später im epochalen Der Herr Karl über die Fernsehschirme flackern würde. Mann im Schatten ist ein beeindruckend bissiger Film, der Old-School-Krimi mit Satire im wiener Charme vereint. Klasse!

Metropolis ist komplett

Das ist für mich die absolute Nachricht des Tages und eine, auf die ich schon seit Jahren hoffe: wie AICN berichtet, ist in Südamerika eine vollständige Fassung von Fritz Langs epochalem und bisher nur unvollständig erhaltenem Science-Fiction-Stummfilm Metropolis aufgetaucht.

Das Werk war zu seiner Uraufführung ein Flop von kollossalen Ausmaßen, der von den Kritikern verrissen wurde und zum Konkurs der UFA führte. Radikale Kürzungen für den in- und ausländischen Markt waren die Folge, mindestens ein Viertel des Films galt als permanent verschollen.

Ich für meinen Teil hoffe, dass sich die Murnau-Stiftung jetzt des anscheinend sehr, sehr schlechten Prints annimmt und ihn ähnlich aufwändig restauriert wie zuletzt die damals vollständigst mögliche Fassung von 2001.

Und jetzt noch obligatorische Witze darüber, wie das Ding nach Buenos Aires gekommen ist: ich tippe auf in-flight movie für den Führer.

Kino-Vorschau Juli

Na endlich: Sommer und ein paar ordentliche Krachbumm-Blockbuster in Aussicht! Quelle www.skip.at, Filme die ich sehen will kursiv.

Kung Fu Panda (4.7.) - Animierter Spaß mit guten Kritiken und Jack Black im US-Originalton.

Hancock (4.7.) - die gespaltenen Kritiken schrecken mich ein bisschen ab, und Will Smith hat zuletzt auch nichts wirklich Überzeugendes gerissen, aber die Thematik reizt mich dann doch.

Der unglaubliche Hulk (11.7.) - nach Iron Man hat Marvel sowieso einen Stein bei mir im Brett, und der Hulk von Besson-Schüler Letterier soll ebenfalls recht ansehbar sein.

Get Smart (17.7.) - Das Serien-Remake wirkt ein bisschen wie ein stark verspäteter Austin-Powers-Aufguss, und Steve Carell ist leider bei weitem kein 100%-Spaßgarant, aber mal sehen.

Mamma Mia! (18.7.) - das Hit-Musical nach ABBA-Songs wird endlich starbesetzt verfilmt. Fuck. Warum, o Gott? (die Antwort lautet: Money Money Money)

Superhero Movie (24.7.) - soll sich recht nahtlos in die Reihe der schwachmatischen [...]-Movies einreihen, trotz Leslie Nielsen als Onkel-Ben-Verschnitt. Und das nächste [...]-Movie ist leider auch schon in der Mache. Hört das denn nie auf?

Akte X - Jenseits der Wahrheit (25.7.) - obwohl ich seinerzeit in den Neunzigern durchaus ein Gelegenheits-Akte-X-Gucker war, reizt mich dieser reichlich nachgeschobene zweite Kinofilm irgendwie gar nicht - wohl wegen dem schier unglaublich langweiligen Serienfinale.

Fernsehtipps, Ausgabe 26/08

Ich weiß, zur Zeit ist neuer Inhalt auf’m Blog eher eine Seltenheit. Ich gelobe Besserung, aber erst nach dem Wochenende.

SAMSTAG

Die glorreichen Sieben (22.45, MDR) - genialer Western frei nach Kurosawas sieben Samurai.

Der Mann, der niemals aufgibt (23.45, ZDF) - Tough-Cop-Eastwood-Film, an die Dirty-Harry-Reihe gemahnend.

Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag (5.05, RTL 2) - Robert Altmans höchst eigenartiger Comic-Adaptions-Versuch. (review)

SONNTAG

Dogma (22.30, ProSieben) - Vierter Film aus Kevin Smiths sechsteiliger Jersey-Trilogie: gefallene Engel wollen irrtümlich den Weltuntergang heraufbeschwören.

Nacht über Manhattan (23.55, NDR) - Sidney Lumets Polizeikorruptionskrimi - lief der nicht letzte Woche schon? (review)

MONTAG

Sierra Charriba (20.15, Das Vierte) heißt eigentlich Major Dundee und ist vom grandiosen Peckinpah. (review)

Frühling für Hitler (00.00, ORF 2) - Mel Brooks’ grandiose Komödie, deren Musicalfassung gerade im Wiener Ronacher läuft.

DIENSTAG

J.S.A. - Joint Security Area (23.00, 3sat) - Chan-Wook Parks tolles koreanisches Entmilitarisierte-Zone-Drama.

MITTWOCH

Geboren am 4. Juli (21.50, ATV) - Wieviele Filme hat Oliver Stone eigentlich über Vietnam gemacht? 122? (review)

Komm, süßer Tod (22.20, ORF 1) - zumindest alle hundert Jahre mal zeigt der ORF einen erfolgreichen heimischen Kinofilm zu akzeptabler Uhrzeit.

Der Tod kennt keine Wiederkehr (23.00, SWR) - Altmans genialer Neo-Noir mit grandiosem Elliot Gould. (mini-review)

DONNERSTAG

Die 36 Kammern der Shaolin (23.15, Das Vierte) - vermutlich einer der besten Shaw-Brothers-Filme überhaupt. (review)

FREITAG

Die Nacht vor der Hochzeit (00.00, ORF 2) - absolut herrliche Screwball-Komödie. (review)

Arzt und Dämon (00.15, WDR) - Jekyll-und-Hyde-Geschichte mit Spencer Tracy in der Titelrolle, toll! (review)

Fernsehtipps, Ausgabe 25/08

SAMSTAG

Gimme Shelter (23.20, arte) - Legendäre Direct-Cinema-Doku über die Stones.

U-Turn (00.05, RTL II) - passabler Oliver-Stone-Film. (review)

Erbarmungslos (00.20, ZDF) - Eastwoods genialer Antiwestern.

Galaxy Quest (01.25, ARD) - Geniale Star-Trek-Parodie.

SONNTAG

Star Trek II - Der Zorn des Khan (14.15, Kabel 1) - KHAAAAN!

Extrablatt (18.05, Das Vierte) - späte Wilder-Komödie mit Lemmon und Matthau, herrlich. (review)

Rat mal, wer zum Essen kommt (20.40, arte) - genialer Anti-Rassismus-Film mit Spencer Tracy, Katherine Hepburn und natürlich dem grandiosen Sidney Poitier. (review)

Danach (01.45, ARD) - postapokalyptischer Richard-Lester-Film, von dem ich noch nicht mal gehört habe.

MONTAG

Brazil (21.00, arte)

Adios Sabata (23.50, Das Vierte) - Ersatz-Sabata Yul Brynner gegen das Habsburgerreich - sehenswert. (review)

Alles über meine Mutter (00.00, SWR) - großartiger Almodòvar.

MITTWOCH

Election (20.15, Kabel 1) -  heitere Komödie von Alexander Payne mit Broderick und Witherspoon. (review)

Malcolm X (21.00, arte) - Tolles Portrait erzählt von Spike Lee. (review)

Kottan ermittelt (22.25, 3sat)

DONNERSTAG

Road to Perdition (20.15, VOX) - solides Gangsterdrama von Sam Mendes.

A Hard Day’s Night (01.20, ARD) - Lesters wohl Bester. Mit den Beatles (John Paul George Ringo).

FREITAG

Virus (00.40, ATV) - reichlich trashiger, aber gutbesetzter und irgendwie anschaubarer Grusler nach Alien-Bauart. (review)

Fernsehtipps, Ausgabe 24/08

SAMSTAG

Hängt ihn höher (22.30, ARD) - Interessanter US-Versuch, an die Italowestern-Tradition anzuknüpfen, mit Clint Eastwood.

Lola Montez (00.20, BR) - Ophüls grandioses Portrait der exotischen Bühnenkünstlerin. (review)

Sabata (00.30, ARD) - Spaßiger Italo-B-Western, mit cooler Hauptfigur. (review)

Vampire gegen Herakles (01.45, MDR) - Mario Bavas poppig-bunter Herkules-Ausflug in die Unterwelt. (review)

SONNTAG

Der mit dem Wolf tanzt (12.00, ProSieben) - eigentlich ganz coole Westerngeschichte mit Kevin Costner.

Star Trek - Der Film (13.35, Kabel 1) - Robert Wises exzentrischer erster Teil der zehnteiligen Serienverfilmung.

African Queen (20.40, arte) - Bogart und Hepburn schippern im Kleinstboot durch den Dschungel.

Die Frau, von der man spricht (00.00, SWR) - coole Screwball-Komödie mit Hepburn und Tracy. (review)

Der gewisse Kniff (01.45, ARD) - Richard Lester wird die nächsten Tage viel gezeigt, dieser sein Berühmtester hier ist mir selbst noch unbekannt.

MONTAG

Wie ich den Krieg gewann (01.10, ARD) - Richard-Lester-Antikriegskomödie mit John Lennon - toll!

Network (03.00, ORF 1) - Sidney Lumets exzellente Satire auf das Nachrichten-Biz. (review)

DIENSTAG

Nacht über Manhattan (22.10, WDR) - Lumets superbe Krimigeschichte über Korruption bei der Polizei. (review)

Im Zeichen des Bösen (23.15, NDR) - Orson Welles’ großer Film-Noir-Klassiker.

Sprich mit ihr (23.25, BR) - Almodòvars seltsame Koma-Liebesgeschichte.

High Heels (00.00, SWR) - Noch mehr Almodòvar. (review)

Toll trieben es die alten Römer (02.25, ARD) - Nochmal Lester, wobei ich diesen hier nicht so besonders fand. (review)

MITTWOCH

Die glorreichen Sieben (23.00, SWR) - Ewiger Western-Klassiker.

Shaolin Soccer (00.20, ORF 1) - grandioser Kampfsport-Fußball-Spaß.

Chasing Amy (02.05, ARD) - vermutlich Kevin Smiths zweitbester Film.

DONNERSTAG

Flucht in Ketten (2015, Das Vierte) - Geniales Antirassismusdrama über aneinandergekettete Sträflinge auf der Flucht. Toll!

Chun Fang - Das blutige Geheimnis (23.20, Das Vierte) - relativ nahe am Horrorgenre angesiedelter Shaw-Brothers-Film. (review)

FREITAG

Sasori (23.30, arte) - “Der Citizen Kane des Women-in-Prison-Films.” (Zitat von der DVD-Hülle) (review)

Die Fernsehtipps erscheinen einmal wöchentlich so gegen Samstag. Wer will, kann sich unter http://www.peterhengl.com/fernsehtipps für die Mailingliste eintragen und so den Link zu den aktuellen Tipps bei Erscheinen per Mail zu geschickt bekommen.

Gestern gesehen: Vor der Rückgabe zurückspulen, bitte

Irgendwie komme ich im Moment bestenfalls dazu, über die im Kino gesehenen Filme zu bloggen, anstatt über jeden Blödsinn, den ich im TV sehe. Naja, schade. Mal sehen, vielleicht ändert sich das ja wieder.

Der Film des gestrigen Abends war eigentlich ein Highlight der Kino-Vorschau April, aber wie man sieht, habe ich eine Weile gebraucht, um ihn zu endlich zu Gesicht zu bekommen - Michel Gondrys Neuer, Abgedreht (Be Kind Rewind).

Mos Def und Jack Black sind Mike und Jerry, die Angestellten einer abgewrackten Videothek in Passaic, NJ. Und kaum ist Boss Danny Glover mal aus dem Haus gibt’s Chaos: während der Boss nämlich angeblich der angeblich im Videothekengebäude geborenen Jazzlegende Fats Waller huldigen will (in Wirklichkeit spioniert er große Videothekenketten drüben in NY aus, um die Umstellung auf das Silberscheiben-Medium vorzubereiten) löscht Jerry durch einen elektromagnetischen Unfall alle Videokassetten des Betriebs. Um der ohnehin nur geringen Nachfrage nachzukommen, sieht Mike nur eine Lösung: Ghostbusters selbst nachdrehen, mit ihm und Jerry in den Hauptrollen. Eins führt zum anderen, und auf einmal führt die Videothek nur noch “geschwedete” Filme - was zwar die Finanzprobleme erst einmal stoppt, aber dafür unter Anderem auch die obligatorischen Urheberrechtsnazis auf den Plan ruft.

Was kann man auch anderes von Michel Gondry erwarten, als einen Film, der wieder einmal an den inneren Zwölfjährigen appelliert und an die Lust am Selbermachen? Es mag zwar im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig sein, dass sich in diesem Film alle Charaktere ausnahmslos wie zwölfjährige verhalten, aber das steht den Akteuren gut zu Gesicht, besonders natürlich Jack Black, der hier beweist, dass er auch die zweite Geige problemlos spielen kann, ohne zum Showstealer zu werden. Die geschwedeten Filme sind natürlich Highlights, wobei die vom Film inspirierten Dinger aus dem Internet oft sogar noch lustiger sind.

Was Abgedreht letztendlich zu einem großartigen Film - vielleicht sogar Gondrys Bestem - macht, ist die unglaubliche, kindliche Herzenswärme, die der Film ausstrahlt. Man kann nicht anders, als sich im Kino pudelwohl zu fühlen.