Vorgestern gesehen: Euro-Action
Spion zwischen zwei Fronten (1966): Christopher Plummer spielt Eddie Chapman, einen britischen Bankräuber/Tresorknacker, der im Weltkrieg Numero zwo in die Hände der Nazis fällt und von ihnen zum Spion ausgebildet wird, bei seinem ersten Einsatz aber flugs die Seiten wechselt und fortan für Alliierte und Achse spioniert.
Der stark fiktionalisierte Film fällt vor allem dadurch auf, dass die Nazis überraschend gut wegkommen. Zum Einen haben sie die wesentlich bessere Besetzung in Form von Romy Schneider, Gert Fröbe und Yul Brynner (ultracool mit Monokel) – zum Anderen fällt eine relativ ambivalente Darstellung auf. Spion zwischen zwei Fronten setzt sich somit recht unangenehm zwischen zwei Stühle: für eine ernste Auseinandersetzung mit dem Weltkrieg ist der Film zu belanglos-fiktiv, für einen Kriegs-Action-Film a la Agenten sterben einsam wird deutlich zu viel geredet und zu wenig geballert. Dennoch recht unterhaltsam.
Der Profi II (1987) – den sogenannten ersten Teil hab’ ich vor geraumer Zeit gesehen, der zweite Teil war mir schon im Vornhinein eher als Fußnote des Jean-Paul-Belmondo’schen Schaffens bewusst – trägt er seinen Namen als zweiter Teil eines ersten doch eh nur im Deutschen. Mehr als den Namen und den Hauptdarsteller haben die beiden Filme nicht gemein. Ersterer ist ein grandios zynischer Euro-Actionfilm, zweiterer ein 08/15-Actionreisser, der so belanglos ist, dass es offenbar sogar Rainer Brandt die Sprache verschlagen hat. Einzig nennenswert ist die brechreiz-auslösende Eighties-Mucke und die teilweise dazupassend durchschlagenden Stilelemente. Absolut keine Anguck-Empfehlung.

