Vorgestern gesehen: Animiertes
Schon wieder der Gang zum österreichischen Filmmuseum – Alain Resnais läuft noch. Der Film des Abends hieß I Want to Go Home – und der hat mich gleich eingangs über meine eigenen Vorurteile stolpern lassen. Denn Resnais, das ist so ein wichtiger Filmkünstler der Sechziger, da spielen Leute wie Lino Ventura und da ist alles schwarzweiß. Und weil ich mich natürlich gar nicht auf den (mir nur aus dem Filmmuseum-Prospekt bekannten) Film vorbereitet habe, war ich dann eher überrascht festzustellen, dass er von 1989 ist. Ugly hairdos galore.
Handlung: der alternde Comic-Strip-Zeichner Joey Wellman ist auf eine Comic-Ausstellung in Paris eingeladen worden – eine Einladung, die er nur widerwillig annimmt. Das einzige, was ihn tatsächlich über den Atlantik bringt, ist seine Tochter, die in Paris studiert, und die sich von ihrem ungebildeten, proletischen Bilderl-Vater getrennt hat, um der französischen Hochkultur zu frönen. Der französischen Hochkultur in Form von Professor Christian Gauthier (Gérard Depardieu), den sie höchst verehrt. Gauthier, ein formvollendeter Franzosen-Kultur-Macho, ignoriert sie allerdings und verehrt stattdessen die (typisch europäisch) völlig überinterpretierte Zeichenkunst ihres Vaters.
Es geht um höchst gegensätzliche Auffassungen von Kunst, diesseits und jenseits des Atlantik – und um die Menschen, die mit dieser Kunst (oder Nicht-Kunst) zu tun haben. Daneben gibt’s noch die komplizierte Vater-Tochter-Beziehung, die dann auf die angrenzenden Beziehungen (etwa zwischen Joey und seiner Assistentin/Freundin) überschwappt – alle haben gemeinsam, dass sie relativ nahe am Klischee bleiben. Das allerdings in einer comichaften Spritzigkeit, dass man die Oberflächlichkeit gerne verzeiht. Spätestens, wenn Joey sich mittels eines Maskenballs quasi in seine Schöpfung “Hepp-Cat” verwandelt, und sein ohnehin schon katzenhaftes Grinsen zur Vollendung bringt, ist der verfilmte Comic vollbracht.
Danach: Futurama ist zurück! Die älteren unter meinen Lesern können sich vielleicht noch an diese herrliche Serie erinnern: damals, in den frühen 00er-Jahren, war Futurama ein Quasi-Spin-Off der mittlerweile institutionalisierten Simpsons. Futurama, meiner Meinung nach sogar ein ganzes Stück lustiger als die gelbe Familie, hatte aber die traurige Ehre, einer der Vorreiter auf dem Gebiet des FOX-Sterbens zu sein – also zu jenen genialen Serien zu gehören, die der Sender FOX trotz großer Beliebtheit mit Gewalt absetzte. Die Liste von auf diese Weise gestorbenen Serien ist mittlerweile so lang, dass es gar keinen Spaß mehr macht, sie überhaupt noch aufzuzählen, aber interessanterweise wird auch die Liste jener Serien immer länger, die von den Toten auferstehen. Nachdem Family Guy inzwischen wieder ganz regulär als Serie läuft, und Firefly in Form des Kinofilms Serenity fortgesetzt wurde, hat man sich bei Futurama für eine Art Hybridlösung entschieden: vier Filme, die zuerst als Direct-to-DVD veröffentlicht werden, um dann in Serienepisoden unterteilt im Fernsehen zu laufen. Film Nummer eins ist gerade in unseren Breiten auf DVD erschienen: Futurama: Bender’s Big Score.
Verdict: herrlich. Der Film mag zwar seine Längen haben (das 22-Minuten-Format liegt Futurama definitiv besser) und auch die diversen Witze über Spam-Mails wirken bereits wieder ein kleines bisschen dated, aber auch die sind mit einer gewissen Spritzigkeit präsentiert (die spanische National-Lotterie). Insgesamt eine gelungene Rückkehr, ich freu’ mich bereits auf Futurama: The Beast with a Billion Backs. So heißt der nächste.

Und natürlich jede Menge Alien Nudity.

