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Gestern gesehen: Im Krieg ist alles erlaubt

Zweimal Krieg im TV: Zuerst TV-Konfrontation Westenthaler vs. Van der Bellen, dann Stoßtrupp Gold.

Bevor ich auf die Westi-vs.-Sascha-Konfrontation eingehe, ein Geständnis: ich bin auf Van der Bellens Seite. Ja, die Grünen sind mitunter ein Haufen von Trotteln, und haben an manchen Ecken und Enden eine eher naive Weltsicht. Dennoch kann ich mich mit dem Parteiprogramm der Grünen noch am ehesten identifizieren – und Van der Bellen gehört zu den ganz wenigen in der Politik, die bei einem komplizierten Thema auch einmal sagen können, dass es kompliziert ist, anstatt mit irgendeiner wahlkampftauglichen groben Vereinfachung aufzufahren (vgl. Westenthaler). Und in einem TV-Duell gegen den Prolo-Populisten Westenthaler hat Van der Bellen erst recht meine Sympathien.

Und im Boxring des ORF-Konfrontations-Studios hat sich der Kampf dann auch genau so entwickelt, wie ich erwartet habe: Westenthaler extremst offensiv, mit wesentlich längerer Redezeit – aber dennoch wesentlich “schlichteren” Argumenten und ständig untergriffig (es ist immer relativ leicht, die Grünen als elitär-linksradikale Öko-Drogen-Trottel hinzustellen, weshalb es Westenthaler sicher fünf bis sieben mal probiert hat).

Van der Bellen mit wesentlich sachlicherer Argumentation und größtenteils nicht bereit, auf Westis Niveau runterzusteigen, aber ab und an durchaus auch in der Lage, einen überraschenden Tiefgriff zu wagen. Meistens die besseren Argumente auf seiner Seite, die aber in Westis groben Verallgemeinerungen und populistisch ausgelegten Totschlag-Argumenten hoffnungslos untergingen.

Meiner bescheidenen Meinung nach war der Van der Bellen deshalb der Unterlegene: weniger Redezeit, hat sich bei weniger Argumenten durchgesetzt, wirkte öfter “beleidigt” oder “hochnäsig”. Deshalb war ich heute wirklich überrascht, dass ein Großteil der Online-Medien in ihren Online-Leser-Umfragen Van der Bellen den Sieg im Duell zugesteht. Natürlich ist es jetzt eher witzlos, wenn ich die Webseite der Grünen als Quelle angebe, aber die haben zumindest selber verifizierbare Quellenangaben,und ich bin jetzt deutlich zu faul, die einzeln zu verlinken. Es freut mich allerdings tatsächlich, das zu hören.

“Stoßtrupp Gold” habe ich früher schon einmal hier auf der Seite rezensiert, und zwar Anfang Juli. Dem Leser sei die interne Blogsuche ans Herz gelegt, um meine damalige Meinung zu lesen. Diese ist nämlich nach wie vor gültig und kann nach gestrigem erneuten Ansehen des Films nur noch einmal bestätigt werden. Ein herrlicher Film.

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