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Gestern gesehen: 300 dumm

(Das wird jetzt ein etwas längerer Eintrag.)

Ich bin gestern mit großer Vorfreude ins Kino gegangen. Seit Wochen haben Kollege Markus und ich uns vor dem Mensabesuch mit “Heute SPEISEN wir in der HÖLLE!” begrüßt, “Das ist WAHNSINN? – DAS! IST! SPARTA!!!” war schon so etwas wie ein postmodern-popkulturelles Meme geworden. Danke, lieber Trailer zu 300. Wir haben dich ja nur knappe 300 mal gesehen (150 mal im Kino, 150 mal aus dem Internet, 300 mal mit Schaum vorm Mund). Frank Miller ist einer meiner erklärten Lieblings-Comic-Autoren, die 300-Comicvorlage steht seit Jahren in meinem Regal.

Ich war darauf gefasst, einen Film zu sehen, der nicht unbedingt clever ist, vermutlich ein bisschen faschistoid (der Vorlage nach zu urteilen), optisch eine Wucht, schlussendlich so etwas wie eine Infusion puren Testosterons. Ich wollte diesen Film gut finden.

300 der Film ist mit weeeeeiiiitem Abstand der dümmste Film, der je gemacht wurde. Und das meine ich dezitiert nicht positiv. 300 schafft es auf so ziemlich allen Ebenen seines Seins ein schlechter Film zu sein. Pompöser, pathetischer Kitsch, vollgepumpt mit völlig amoralischen Konzepten, faschistisch bis ins Mark, antiarabisch, geschmacklos, langweilig. Kollege Michael hat es auf den Punkt gebracht: der Film ist anti-islamisch, obwohl es den Islam damals noch gar nicht gegeben hat.

Aber zäumen wir das Pferd nicht von hinten auf und beginnen wir am Anfang, und zwar beim Comic. Der mag zwar viele der faschistoiden Tendenzen bereits eindeutig und unweigerlich besitzen, hat aber gewisse Stärken, die das erträglich machen. Dazu gehört nicht zuletzt die Tatsache, dass er relativ kurz ist, und dass er visuell schlichtwegs atemberaubend ist.

Über den Film kann man weder das eine noch das andere sagen: visuell ist er beängstigend unspektakulär, von Lynn Varleys unglaublichen Explosionen dreckiger Wasserfarben bleibt ein homogenes Hell-Ocker übrig, der dreckig-abgenutzte Look des Comics (der zur großen Stärke gehört) wird CG-bedingt glattpoliert und lediglich durch eine minimale Körnigkeit des Filmmaterials ausgeglichen. Regisseur Zack Snyder schafft es, die seitensprengenden Panels von Miller so unspektakulär nachzustellen, dass ich mich wundere, wie das überhaupt möglich ist. Aus den diversen “Trailer vs. Comic”-Vergleichen im Internet wissen wir, dass er die Bilder eins zu eins nachgestellt hat – trotzdem gelingt es ihm nicht, die Übergröße des Comic zu reproduzieren. Visuell ist 300 ein beängstigend langweiliger Film.

Krasser Gedankensprung: bereits beim um einen Faktor eine Million besseren Sin City habe ich mir Gedanken gemacht, warum eine Bild-für-Bild-Adaption eines Comic zwar potentiell gut aussieht, letztenendes aber zwangsläufig scheitert. Die wesentlichste Begründung ist die, dass Comic und Film zwar beide visuelle Medien sind, letztenendes aber über völlig separate Sets von Stilmitteln verfügen. eine 1:1-Adaption a la Sin City oder 300 ist ungefähr so, als würde man ein Buch adaptieren, indem man die Wörter filmt.

Panelgröße und -form, grafische Übertreibung, Spiel mit Farbe und Proportion – das sind Dinge, die in einem Comic völlig anders funktionieren als in einem Film. Bewegung, Geräusch, diese Konzepte werden in einem Comic ganz grundlegend anders umgesetzt als in einem Film (das sollte doch einleuchten). Deswegen wirken die beiden Frank-Miller-Adaptionen auch wie eine Sammlung von Standbildern mit stark gedämpftem Ton. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Filmen ist, dass Robert Rodriguez trotzdem Erfolg hatte, Zack Snyder deswegen komplett scheitert.

Und in der Umsetzung entstehen dann auch viele Probleme: 300 der Comic hat keine 100 Seiten, wird aber zu einem 120-minütigen Film (zum Vergleich: die in Sin City verarbeiteten 3 Comic-Bände haben insgesamt 600 Seiten). Entsprechend wird die ohnehin eher dünne Handlung mit einigen sehr überflüssigen, unendlich langweiligen und klischeehaften Subplots gepolstert. Ich habe verzweifelt nach der Fernbedienung gesucht, um vorzuspulen.

Und, äh, die Handlung vom Comic wird in einer so ausgewalzten, grauenvoll penetrant-pathetischen Art umgesetzt, dass es mir permanent die Fußnägel aufgerollt hat. Ugh. Das ganze Voiceover ist so unglaublich peinlich-überladen, dass man den Sprecher sofort erschlagen möchte. Pathos trieft aus dem ganzen Film. Schlimmer noch: jegliche faschistoid anmutende Idee aus dem Comic wird aufgeblasen und zur Vollendung gebracht. 300 ist ein Lehrfilm für die SS, seit dem Kinostart hat irgendwo in einem kalten, einsamen Grab Josef Goebbels eine 50-Zentimeter-Erektion. Wirklich. Der Film ist so daneben, dass mir die Worte fehlen, das zu beschreiben. Ich wünschte, ich könnte irgendetwas von Riefenstahl-Ästhetik brabbeln, aber dafür hat Regisseur Zack Snyder offensichtlich das Talent gefehlt.

Kapitel 2a, Unterpunkt 1: Persien

Alles, was Sie in der Zeitung über 300 gelesen haben, ist wahr. Mehr bräuchte ich eigentlich gar nicht zu sagen. Aber ich will zumindest den Comic noch ein bisschen verteidigen. Denn so hirnlos überzeichnet wie der Kampf Klingonen gegen Orks im Film ist, ist er im Comic absolut nicht. Den Typ mit Äxten anstelle von Unterarmen (auf der Seite der Perser, no na) hab’ ich im Comic nicht gesehen, den angeketteten Höhlentroll aus Die Gefährten (siehe auch 300-Trailer) auch nicht, und das Albrecht-Dürer-Nashorn war in der Vorlage auch nicht dabei. OK, Kampfelefanten gab’s, aber die waren nicht so groß wie die Dinger aus Die Rückkehr des Königs. Xerxes hat im Comic auch nicht mit einer gleichermaßen tiefen wie tuntigen Vocoder-Stimme gesprochen. Überhaupt waren die Perser im Comic zwar zahlreich und als barbarisch beschrieben, aber die völlig überzeichnet-kranke Dekadenz war bei weitem nicht so hirnlos überzeichnet.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals hier auf’m Blog schreibe: ich kann verstehen, wenn der Iran beleidigt auf den Film ist. (Bitte nicht falsch lesen: mir ist klar, dass das eine rein propagandistisch instrumentalisierte Aussage der iranischen Regierung ist. Aber eine Tatsache ist eine Tatsache, egal aus wessen Mund sie kommt.) Persien, ein ungewöhnlich kultivierter Staat der damaligen Zeit, wird dargestellt als ein Sündenpfuhl bestehend aus Untermenschen und Inzucht-Missbildungen. Bravo.

Und die tagespolitische Lesart ist auch nicht so weit hergeholt: Persien, ein Reich bestehend aus Arabern, Schwarzen und Asiaten, fällt grundlos über das westlich zivilisierte Griechenland (Sitz von Recht und Gesetz und überhaupt allem Positiven – wie sich das mit der spartanischen Krieger- und Soldatenkultur verträgt, frage sich ein anderer) her, mit arabisch vermummten Gestalten, die böse, bestechlich und hinterlistig sind. Nein, ihr habt schon recht. Da gibt es keine Möglichkeit, wie man das auf die heutige, von Anspannungen im nahen Osten geprägte Zeit (miss-)interpretieren könnte.

Regisseur Zack Snyder hat beteuert, dass er keine politische Lesart im Film sehen will, dass er nur die Vorlage werkgetreu adaptiert hat. Was ist schlimmer? Wenn er lügt, oder wenn er wirklich so dumm ist? Die werkgetreue Adaption einer Vorlage in Ehren, aber bei einem politisch so brisanten Werk sollte der Adapteur (Adaptierer?) sich zumindest minimal mit den Implikationen seiner Arbeit auseinandersetzen.

Und, um noch gleich ein Totschlag-Argument der 300(Film)-Fan-Crowd zu demontieren: irgendwie wird impliziert, dass man das nicht so tragisch sehen darf, weil alles ja nur ein Film/alles nur zum Spaß ist. Siehe auch aktuelle Rezension in der TV-Media: “Politisch hysterische Naturen, die hinter [300] sofort eine Renaissance des Faschismus sehen wollen, sollten diesen Film ebenso meiden wie die iranische Regierung [...]” – OK, dann bin ich eine “politisch hysterische Natur”.

Ehrlich, ich bin ins Kino gegangen mit der Absicht, heute auf’m Blog jeden noch so extrem faschistoid anmutenden Auswuchs des Films zu rechtfertigen – der Film bietet aber wirklich keinen Ansatz, wie man dieses “Ruhm und Ehre, Heldentod”-Gelaber aus dem Handbuch eines NSDAP-Mitglieds rechtfertigen könnte. Comic-Überspitzung hier, historische Verfälschung da, der Film ist nicht gut genug, als dass man ihm irgendeine versteckte Ironie, Überzeichnung oder sonst etwas unterstellen könnte. Der Film ist faschistisch und antiarabisch, Punkt, aus. Und, lieber Leser: wenn du den Film total geil und voll krass gefunden hast, dann sollte dir jetzt klar sein, welches Wimpelchen du damals getragen hättest, wenn du in den frühen 1940ern schon auf der Welt gewesen wärst. Heldentod, gelle?

Aber zumindest war die Action geil. Nicht. Äh, ich hatte zumindest auf ein gewisses Schaufest gut choreographierter Kämpfe gehofft, bin aber sogar in dieser Hinsicht relativ enttäuscht worden. Die Perser stolpern lustlos auf die Spartaner zu, zum Teil nicht mal mit erhobenen Waffen, purzeln mit spürbar choreographierten Schritten in deren Waffen, während die Männer mit den roten Capes in mindestens genauso vorgeplanten Schritten durch die überraschend unspektakulären Horden poltern. Speziell der letzte Kampf der Spartaner ist eine herbe Enttäuschung.

300 hat für mich eine Reihe von tragischen Folgen: wieder einmal zeigt sich, dass ein dummer Film genügend dumme Leute in die Säle lockt, um ein völlig überzogener Erfolg zu werden (und dass das Publikum nicht nur aus Cinephilen im schwarzen Turtleneck wie mir bestand, die sich den Film mit genügend ironischer Distanz und um einen Verriss auf ihrem Blog zu schreiben gaben, war an den unzähligen gezückten Handies und den lauten “Boah”-Rufen leicht zu erkennen). Propagandaminister Goebbels lacht leise und reibt sich seine 50-cm-Erektion, im Wissen, dass es auch heute wieder klappen würde – eine Tatsache, die mich wirklich beängstigt.

Fast noch schlimmer als die Tatsache, dass die Leute faschistische Ideale offensichtlich nach wie vor ”voll geil” finden (die Anwesenheit von Menschen in RFJ-T-Shirts dürfte absolut kein Zufall sein), sind die Auswirkungen auf mein persönliches (Popkultur-)Universum. Frank Millers Batman – The Dark Knight Returns ist nach wie vor mein Lieblings-Comic, obwohl 300 (der Film) stark an Millers Ansehen bei mir gekratzt hat. Und Zack Snyders Adaption von Alan Moores Watchmen, dem besten und intelligentesten Superhelden-Comic aller Zeiten jagt mir nur noch Angst ein: wie soll denn dieser ungeschickte Dödel in der Lage sein, jemals alle 27 Meta-Ebenen von Moores Mammutwerk zu begreifen? From Hell 2, ick hör dir trapsen.

Von der Highlights-’07-Liste muss wieder ein Film gelöscht werden: Das einzige Wort in der deutschen Sprache, das Zack Snyders 300 zumindest ungefähr beschreibt, ist “dumm”. Nicht dämlich, blöd, lächerlich, trashig oder sonst irgendwie. Einfach nur dumm.

(Ich bin noch immer völlig perplex, dass Mr. Bean macht Ferien um ungefähr einen Faktor zehntausend besser war als 300. Damit hab’ ich nicht gerechnet. Der anschliessende Konsum von Woody Allens Zelig war völlig überschattet von der enormen und alles umschliessenden Dummheit von 300. Ehrlich. Ich muss mir Zelig noch einmal ansehen.)


(gefunden bei den Fünf Filmfreunden)

PS: das “Hu!-Hu!-Hu!”-Gegrunze war überhaupt das Peinlichste. “Arkadier, was bist du?” – “Töpfer.” – “Und du?” – “Bildhauer.” – “Und ihr, SPARTANER?” – *GRUNZ!* – “Äh… das soll jetzt ‘Soldaten’ heißen…”

Edit: Irgendwie passend, wenn wir schon bei den runden Hunderter-Zahlen sind: ich hab’ gerade bemerkt, dass dies hier mein 500ster Blogeintrag ist. Glückwunsch zum Runden, lieber Filmblog.

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29 Kommentare zu “Gestern gesehen: 300 dumm”

  1. michael Says:

    ich wollte eigentlich auf eine film kritik die “300″ mit Leni Riefenstahl’s filmen vergleicht verlinken, aber es scheint als haben die verantwortlichen die kritik von der seite entfernt und ich hab sie nur noch in google’s cache gefunden. deshalb poste ich die ganze kritik hier (und ich betone dass die nicht von mir ist sondern von “anonym” aus NSW, Australien und wurde am 22 maerz auf http://yourmovies.com.au/movies/index.cfm?action=movie_info&title_id=28473 gepostet:

    “Blatant War Propaganda

    Tonight I saw teh movie “300″. Teh Internet is abuzz with teh suggestion that “300″ may be veiled war propaganda. Veiled? Hardly. “300″ is teh most blatant brainwashing pro-war propaganda I have seen in many years. It’s teh kind of film Leni Riefenstahl would be proud of.

    Leni Riefenstahl produced propaganda films for teh Nazis. Like “300″, Riefenstahl’s movies dazzled with their visual finesse and extraordinary aesthetics but ultimately served to glorify teh Nazi ideology and promote war.

    “300″ is a very entertaining movie, with great special effects and spectacular visuals. But it drips with dishonest and manipulative war propaganda.

    Throughout teh entire movie, teh warmongering Spartans are glorified as righteous and superior. Even when they break laws and start a war and kill foreigners, they’re supposedly justified. Anyone who opposes them, including pacifist Spartans who want peace and not war, are portrayed as traitors. Teh intented analogy aimed at democrats and left-wing antiwar protesters is clear.

    Supposedly teh war-mongering Spartans are “fighting for freedom” (nevermind that Spartans had slaves) and “the enemy” is an inhuman, soulless horde of foreigners, mirroring teh xenophobic distrust many republicans display towards teh United Nations.

    Over and over again do characters in teh movie say things aimed at elevating Spartans above all other nations or races. Teh mention of 1000 nations fighting against Sparta are an obvious reference to teh worldwide anti-Americanism and teh fact that teh US is pretty much alone in its so-called “war on terror.”

    All throughout teh movie, non-Spartans (read: non-Americans) are derided as inferior. Even teh allies of teh Spartans are described as inferior soldiers of negligible value – precisely teh way warmongering neocons see teh so-called coalition of teh willing in Iraq.

    Teh voice-over in teh movie even uses teh word “soulless” to describe teh foreign troops. And all teh foreigners are either black, gay, horribly disfigured or hidden behind masks and veils, so that they never quite seem human.

    Dehumanizing and demonizing “the enemy” is teh whole point of war propagada… fool your own citizens into thinking of teh enemy as sub-humans that deserve to be killed.

    Thousands of foreigners die in 300, but they’re faceless, soulless masses. Their deaths don’t matter – just like teh American public completely ignores teh deaths of hundreds of thousands of faceless Iraqi civilians. But when a Spartan dies, it’s a tragedy – just like Americans only care about fallen American soldiers.

    Among US Army troops teh cry “hooah” or HUA (Heard. Understood. Acknowledged.) is an old tradition to signal unified approval. In 300, teh Spartans scream “haooh” whenever their king gives a rousing speech about teh merit of slaughtering foreigners. Coincidence? Hardly.

    Watching those Spartans scream “HAOOH!” with teh melodramatic music in teh background actually gave me goosebumps. It really is a rousing, emotional sensation to see so many men scream as one. Now I know how those Germans felt who attended Hitler’s speeches. I’m sure you’ve seen teh old black and white news reel footage… Hitler talks of total war and death before dishonor, and thousands of Germans scream “Sieg Heil” with one voice. Watching a movie like “300″, you feel that emotional pull, that urge to scream along with all teh other voices.

    Leni Riefenstahl couldn’t have done it any better. “

  2. Markus Says:

    Zugegeben, als Michael in den ersten Minuten verächtlich kicherte, trug ich mein Kinn eingebildet hoch und dachte zufrieden: “Der hat doch nicht einmal das Comic gelesen – was weiß der schon.” Und das zeigt, welch’ Hammer Frank Millers Bilder sind! Nach geraumer Zeit verlor sich jedoch die Wirkung und schob das Comic weit weg vom Flim. So ein Blödsinn. Und dann mussten noch zig Bestechungen her, was für ein Quark.

    Dennoch werden wir uns auch zukünftig spartanisch grüßen – und verweisen auf das unerreichte Original.

  3. Mission Says:

    Filmking Peter meint, dass dieser Flim nur mit einem Wort zu beschreiben sei: “dumm”. Ich stimme zu, möchte abe auch das Wort “stumpfsinnig” in die Debatte werfen.
    Ich würde diesen Flim nicht als “faschistoid” bezeichnen (”faschistoid” weist ja “nur” auf faschistische Ansätze oder Tendenzen hin), sondern schlicht und einfach als faschistisch und rassistisch.
    Der reale Faschismus zeichnet sich ja nicht nur dadurch aus, dass er menschenverachtend, zynisch, brutal, bürokratisch und perfekt organisiert ist, sondern einfach auch durch seine unendliche Mittelmäßigkeit, Spießigkeit, Dummheit und den alles überschattenden Stumpfsinn. All das kann man auch von “300″ sagen.
    Die Parallele zwischen der Elitetruppe (sic!) SS, einer Brutstätte für die Dümmsten, Brutalsten und Amoralischsten und der Elitetruppe der 300 ist augenfällig.

    Ich glaube, dass dieser Flim tatsächlich einigen Schaden anrichten kann, gerade weil er so stumpfsinnig ist. Ein Blick in den prall gefüllten Kinosaal zeigt, dass Mittelmäßigkeit, Dummheit und lächerliches Pathos nach wie vor die Massen bewegen. Ein Flim, der das Kinopublikum dazu bringt, über Leichenberge zu lachen, muss entweder sehr gut oder sauschlecht und zynisch sein. Leuten, die diesen Flim nicht hirnlos-unterhaltsam (das war er!), sondern wirklich wirklich gut finden, ist auch im realen Leben alles zuzutrauen.

    Der Flimkönig hat eigentlich alles gesagt: Der Flim ist antiiranisch, antiarabisch (obwohl Persien und Arabien in Wahrheit der denkbar größte Gegensatz und tief verfeindet sind; ein weiterer Beweis für die Dummheit des Flims) und natürlich auch antiislamisch. Jede Beteuerung des Flimemachers, die etwas anderes behauptet, ist ein absoluter Witz. Wer in der jetzigen weltpolitischen Lage die politischen Konnotationen eines solchen Flims leugnet, der sollte eigentlich keine Flime machen dürfen.

    Wie im realpolitischen Faschismus wurden auch hier die Gegner als dunkle, primitive und verdorbene Monster ohne jegliche menschliche Eigenschaften porträtiert, was den Flim nicht nur bedenklich, sondern letzlich auch etwas langweilig machte.

    Der inhaltlichen Dummheit des Flims (pathetische Erzählerstimme: “Er spürt den heißen Atem des gewaltigen Wolfes. Doch er fühlt keine Angst, nur eine übersteigerte Schärfe der Sinne. Seine Bewegungen sind kraftvoll und geschmeidig.” Oder so.) entspricht – wie im Faschismus – seine formale Dummheit. In den Momenten, wo nicht gekämpft wurde, war der Flim kaum zu ertragen. “Schau, es versucht zu denken”, dachte ich mir dann im Kinosaal (in Anlehnung an den großen Albert Rosenfield). Und wenn dieser Flim eines nicht tun sollte, dann das: denken.

    Nun muss ich aber noch einige Sätze zu einer minimalen Ehrenrettung des Flims anfügen: Dieses Machwerk mag zwar peinlich, dumm und unfreiwillig komisch sein – und mit Schauspielern aufwarten, bei denen wegen dem dauernden Bauchmuskel-Anspannen das Hirn temporär ausgesetzt hat – doch liegt gerade darin auch seine einzige Stärke:
    Mich hat “300″ ständig an ein schlechtes Metal-Video erinnert: Muskeln, Blut, lachhafter Männlichkeitsfetischismus, Schwerter, Monster, faschistische Symbolik und, wer genau hingehört hat, sogar primitive Metal-Riffs und schwülstige Chöre wie vom Reichsparteitag. Solche Videos finde ich zwar zutiefst stumpfsinnig, aber zugleich auch durchaus lustig. Wenn man “300″ auf diese Weise anschaut – wie ich es getan habe – war er sogar recht kurzweilig.

    Ich musste bei “300″ kurioserweise öfters an frühe Limp-Bizkit-Songs wie “Nookie” und “Break Stuff” denken. Diese Songs und die dazugehörigen Videos machten gerade deswegen Spaß, weil sie aggressiv, primitiv und irgendwie Klassenschläger-mäßig sind und sich zu ihrer eigenen Hirnlosigkeit bekennen, ja sogar dafür abfeiern.
    Genau so ist es mir mit “300″ gegangen.
    Ernst nehmen kann man so was aber natürlich nicht …

  4. peterhengl Says:

    Grüß Gott Zischmän, es dürfte dich freuen, zu lesen, dass dein Kommentar (Achtung, wie passend) der dreihundertste hier auf’m Blog abgegebene Kommentar ist. Siehst du den Zusammenhang? hm? Tipp: dreihundert = 300.

    Ich bin mir sicher, du hast das mit Absicht gemacht und unterstelle dir mal menschenverachtenden Faschismus. Hast du denn gar kein Gefühl für die aktuelle politische Lage?

    Scherz beiseite: deinem wortreichen Kommentar sieht man sofort an, dass du ein Mann vom Fach bist. Politikwissenschaftler natürlich, nicht Faschist.

    (Oh Mann, ich hab’ heut früh mal wieder einen Clown gefressen.)

  5. Mission Says:

    Hallo, freut mich, dass ich den Jubiläumskommentar abliefern konnte, ist deswegen auch ein bisschen länger geworden :-)
    Nein, nicht deswegen, sondern weil zu dem Flim echt was gesagt werden muss.
    Das mit 300 und dem 300. Kommentar ordne ich mal wieder in die “Magnolia-Amores-Perros-das-gibts-doch-nict-so-ein-Zufall”Schublade ein.

    Gratuliere auch, dass die “300″-Diskussion auf’m Blog voll entbrannt ist und du so die Zahl der Zugriffe steigern konntest. Nur weiter so mit den kontroversiellen Themen!
    Wie wär’s zum Beispiel mit der Behauptung “Alle Politikwissenschafter sind in Wirklichkeit heimliche Faschisten”. Das würde für Diskussionen sorgen …

  6. earl Says:

    Seids leise das war der geilste film den ich gesehen hab AHU! AHU!!
    hast anscheinend voll keinen geschmack!! trottel tonight we dine in hell!!

  7. peterhengl Says:

    Ehrlich? “300″ der geilste Flim? Ich hab keinen Geschmack? Verdammt, dann sollte ich den Flimblog besser zusperren. Ich bin echt voll total froh dass du mir das gesagt hast. Am Ende hätt’ ich jetzt mein restliches Leben lang geglaubt, dass “300″ total kacke ist und dass ich Geschmack habe. Danke, mein Retter. “AHU” auch Dir, mein Freund, “AHU” auch Dir.

  8. Markus Says:

    Genau, der blöde Flimking hat keinen Geschmack. Er mag “300″ ja nur nicht, weil er einen Hängebauch hat und sich während des Flims darüber immer wieder geärgert hat. Ist es nicht so, ha, HA? :D

    U-U-U!

  9. Mr. Vincent Vega Says:

    Man muss ja lange suchen, um gute Besprechungen zu “300″ zu finden. Diese hier ist so eine – kann Deine Aversion gegen diesen Unfug nur teilen!

    PS: Was hälst Du von einer Verlinkung? :-)

  10. peterhengl Says:

    Verlinkung? Gute Idee – ich muss eh dringend mal meine Links auf der Hauptseite aufpolieren und sortieren…

  11. Shadow Says:

    Hallo, liebe Mitgucker!

    So, ich fürchte, das wird ein etwas längerer Text. Hoffe, ihr nehmt euch mal Zeit, das ganze Zeug durchzulesen und auf paar Dinge einzugehen… ;-)

    Ich finde es interessant, was man so alles über “300″ liest… Bei dem, was ich so mitbekommen hab, war schon alles von “hammergeile Verfilmung”, über “naja, nix prickelndes, aber ganz okay”, bis “absolut grottenschlecht” mit dabei… Auf jeden Fall hat es der Flim geschafft, viele Gemüter zu erregen – positiv und negativ. Ich selber würde mich so in den Bereich “kein überragender Flim, aber der Kinobesuch war trotzdem nicht umsonst” einordnen.

    Als ich den Trailer gesehen hab, war ich ganz begeistert und bin dann auch mit höchsten Erwartungen ins Kino gegangen… Der Flim konnte meine Erwartungen zwar nicht erfüllen (die Szenen im Trailer waren noch die besten), aber der heftigen Kritik, die man hier zu lesen bekommt, würde ich mich dennoch nicht anschließen. Herausgeworfenes Geld waren die 9€ jedenfalls nicht.
    Aber wohl gerade deswegen, finde ich die Kritiken auf dieser Seite ganz gut, denn sie beschreiben recht anschaulich und präzise, was euch (bzw. dem Verfasser) an dem Flim nicht gefallen hat. Mit Kritiken wie “Bäh, gefiel mir nicht.” – “Wieso?” – “K.A., war halt schei**e.” konnte ich noch nie viel anfangen. Wie soll man sich bei solchen flachen, schwammigen Kommantaren schon vorstellen können, was dem anderen am Flim nicht gefiel?! Deswegen nochmal Kompliment, an das gründliche und anschauliche “Auseinandernehmen” des Flims… Ist auf jeden Fall interessant.

    Aber wo war ich nochmal? Ach ja: Ich bin also im Kino gewesen. Okay. Klar, lehrreich ist was anderes und historisch korrekt war ziemlich wenig davon (wer hier auf Autentizität herumreitet, hat wohl u.a. die ganzen Fantasy-Elemente und die fehlenden Rüstungen übersehen ^^), aber für normale, anspruchslose Unterhaltung hat es allemal gereicht – und die Optik des Flims hat mir echt gut gefallen. (Wobei ich aber keinen Vergleich zum Comic ziehen kann, da ich ihn noch nicht gelesen hab.)
    Und hier wäre ich schon bei der Frage, die ich an euch Kritiker hab: Ihr bezeichnet “300″ als faschistoid, menschenverachtend, brutal usw… Meint ihr denn eigentlich, es wäre überhaupt möglich gewesen, einen Flim zu diesem Thema zu drehen, ohne diese negativen Elemente?

    Denn ich geb zu bedenken:

    1.
    Der Flim basiert auf einem Comic. Mit der Verfilmung wurde das Rad nicht neu erfunden, sondern der Regisseur hat sich an eine Vorlage halten wollen… Wie gesagt, ich hab den Comic noch nicht gelesen, aber ich nehme mal an, dass das ganze Gemetzel da auch nicht unbedingt harmloser war. Das meiste, was dazuerfunden wurde, waren doch eher die Fantasy-Elemente wie berittener Nashörner und “Oger mit Messerarmen”… Aber die Gewalt? Das Abschlachten und die Todesverachtung der Kämpfer? Im Kino wirkt es eben einfach nur noch eine Spur extremer, da es eben “bewegte Bilder” sind…
    Hätte man also eurer Meinung nach einfach die negativen Elemente des Comic ausblenden und die ganze Story etwas “netter” verfilmen sollen? Also die Vorlage nicht so extrem ausschöpfen? Das wäre doch wohl kaum comicgetreu gewesen…

    2. (Der wohl noch wichtigere Punkt:)
    Schaut euch doch mal die historischen Spartaner an! Oder überhaupt antike Kriege und Kulturen… Meint ihr etwa, die wären damals lieb und nett und rücksichtsvoll gewesen? Hätten sauber gekämpft und die Gegner geschont? Ja, ich weiß, “300″ kann den Titel eines Geschichtsfilms echt nicht für sich beanspruchen, aber dennoch war das ein Flim, in dem antike Kulturen vorkamen und der deswegen nicht zu sehr vom Bild, das wir von diesen Kulturen haben, abweichen sollte…
    Und die Spartaner in “300″ kamen meines Erachtens echt nicht übertrieben grausam daher. Also ich meine: Nicht übertriebener, als es damals wirklich gewesen wäre. Militaristisch und kampfgeil? Waren sie doch. Haben Kinder nach der Geburt ausselektiert und die Klippe runtergeworfen? Haben sie. Standen sie auf den Heldentod? Ja, und das hielten die Wikinger und ganz besonders die Samurai ähnlich. Haben sich die Spartaner was auf ihr Volk eingebildet? Na, da waren sie nicht die einzigen! Und die Sache mit den Leichenbergen war auch keine spartanische “Erfindung”… So hat man versucht, seine Gegner im Krieg zu demoralisieren. Genauso das Umbringen der schwer verletzen Gegner – auch keine bloße filmische Grausamkeit, sondern ein übliches Kriegsgreul.
    Im Flim wurde sogar noch weggelassen, dass junge Spartaner in der Mutprobe nicht nur gegen wilde Tiere kämpfen musste, sondern noch ruhig nen Heloten umbringen durften… Und es wurde weggelassen, dass ca. 2/3 der Bevölkerung in ner ziemlichen Knechtschaft gelebt hat… Und da ist euch der Flim zu extrem?! Was für eine Spartaner-Präsentation erwartet ihr denn eigentlich?? War is cruel and life’s hard – das galt damals noch mehr als heute. Und wenn das damals schon auf andere Völker zutraf – dann doch erst recht auf so Leute wie die Spartaner, die sowieso hardcore waren… Vonwegen also Nazi-Zeug und so…
    Was wäre euch an dieser Stelle denn lieber gewesen? Ne Beschönigung der Spartaner und ihrer Lebens- und Kampfweiseweise? Eine Verfilmung, die zeigt, dass Sparta und der Krieg doch nicht sooo fies gewesen wären? Oder lieber die Spartaner gleich automatisch auf die Feindesseite stellen und die Perser gleich irgendwie zu den “Guten” machen?

    Nochmal zusammengefasst: Kann man, eurer Ansicht nach, aus diesem Material überhaupt einen nicht-faschistoiden, nicht-allzu-brutalen Flim drehen? Ohne zu sehr vom Comic abzuweichen? Und ohne die Spartaner beschönigt, verkitscht und verweichlicht darzustellen, was sie ja nicht waren? Meiner Meinung nach doch wohl kaum…

    Was ich zu bemängeln habe, ist dass die Perser größenteil wie die totalen Vollidioten gezeigt wurden… Vor allem im Kampf, finde ich. Rennen einfach so in die Schwerter und Speere der Feinde und haben so gar nix drauf. Und die Kämpfe wären auch interessanter gewesen, wenn man den “Immortals” etwas mehr Kampfgeschick verpasst hätte…
    Aber die Spartaner? Diesen Kritikpunkt verstehe ich eben nicht. Irgendwann hat der Pathos schon genervt, finde ich (”Jaja, ich weiß es mittlerweile: Ihr seid Spartaner und kämpft for Freedom…”), aber ansonsten hätte ich nichts an ihrer Darstellung geändert. Sie wirkten für viele vielleicht nicht sympathisch, einigen sind sie viel zu blutgeil und zu arrogant – aber dafür kamen sie spartanisch rüber. Und das ist es, was ich von Spartanern erwarte…

    Angenommen, man dreht z.B. ein Flim über Amazonen… Dann kann man ja wohl auch schlecht rummeckern, dass der Flim männerdiskriminierend und männermörderisch ist, oder?

    Und noch ein Kommentar kann ich mir nicht verkneifen. Zitat von oben: “Und, lieber Leser: wenn du den Flim total geil und voll krass gefunden hast, dann sollte dir jetzt klar sein, welches Wimpelchen du damals getragen hättest, wenn du in den frühen 1940ern schon auf der Welt gewesen wärst. Heldentod, gelle?”
    Ah ja. Nun, lass es mich so ausdrücken: Ich finde, es ist schon ne wichtige Vorraussetzung für’s Flime-Gucken, dass man fiktive Vorlieben und reale Vorlieben nicht allesamt miteinander vermischt… Auch wenn man eine “politisch hysterische Natur” ist (hey, das stammt nicht von mir! ;-) ), kannst Du, lieber Kritiker, doch wohl kaum erwarten, dass ich einer Ideologie (hier: Nazionalsozialismus, Faschismus allg.) hinterherlaufen werde, nur weil ich bei einem Flim nicht die “Aus”-Taste drücke, sondern ihm etwas abgewinnen kann…
    Ich spiele “Hitman” – steh ich deswegen gleich in der Realität auf Auftragsmörder? Nein. Ich schaue mir gerne “Kill Bill” an. Metzle ich deswegen andere Leute aus Rache mit Samuraischwertern nieder? Nein. Und ich hege auch keinen Wunsch, dies zu tun. Hm… Und warum beschäftige ich mich dann mit sowas?? Ganz einfach: Weil es ne Fiktion ist, niemand dabei zuschaden kommt und ich mir mit dieser Fiktion deswegen ruhig die Zeit vertreiben kann. In der Realität ist sowas ziemlich pervers – in der Fantasie kann man sich aber einiges erlauben. Auch einen Flim anschauen, in dem eine Horde halbnackter Männer gegen seltsam aussehende Feinde kämpft und dabei nicht gerade zimperlich vorgeht…

    Und warum ich das speziell in Bezug auf “300″ nicht so eng sehe, hab ich ja oben schon in meinem Fragenteil erklärt: Ich sehe einen gewalttätigen Flim mit kampfgeilen Typen. Aber: Ich kann bei den Spartanern im Flim keine großen Unterschiede zu der charakterlichen Grundeinstellung der Spartaner von damals entdecken. Ebenso wenig sehe ich unerhörte, extreme, nie dagewesene Kriegshandlungen. Ich kann also nicht sagen “Boa, was hat der Regisseur nur für ne perverse Sache verbrochen”, sondern eher “Ja, so ungefähr könnte es gewesen sein”. Also lehne ich mich zurück und lasse auf mich wirken, wie es “damals gewesen sein könnte” (mal von den Fantasy-Elementen angesehen), hör mir die Macho-Sprüche an und betrachte die, meiner Meinung nach, durchaus nicht ungelungene optische Umsetzung.
    Der normale (= geistig gesunde) Zuschauer versucht beim Flime-Gucken ja nicht irgendwelche ideologischen Vorstellungen zu “verwirklichen”. Ich träume nicht davon, einen Heldentot für irgendein System, das mich sowieso nur missbrauchen würde, zu sterben. Ich freue mich einfach nur, dass ich mich zurücklehnen kann und einen – zugegeben, leider nicht besonders anspruchsvollen – Flim sehe. Ich wollte eine Comicverfilmung mit paar netten Kämpfen haben – und genau das hab ich gekriegt. Und während Stichworte wie “1940″ in der Tat nur Verachtung verdienen, sehe ich keine Notwendigkeit, das hier auch noch unbedingt auf “300″ übertragen zu müssen. Fiktion, ohne ideologisches Umsetzungsvorhaben – Du erinnert Dich? ;-)

    Also von wegen Wimpelchen, lieber Kritiker… Das überlassen wir mal schön denen, zu denen es besser passt, gelle?

  12. Shadow Says:

    Flim??? F-I-L-M, meine ich. Schiebt es auf die späte Uhrzeit… ;-)

  13. Nerd Says:

    Wenn ich so lange Kritiken über 300 lese wundere ich mich immer, wie weit die Autoren doch greifen. Man kann in jede Scheiße etwas interpretieren, und vor allem kann man jede Scheiße missinterpretieren.

    300 besitzt in keinster Weise eine “message”. Es soll keine moralischen Werte vermitteln. Es soll lediglich _unterhalten_. Reines Popcornkino. Und genau das tut es.

    Natürlich ist der Flim niveaulos, aber darauf zielen Actionfilme allgemein ab. Auf reine Action – hauptsache es finden Kämpfe und Schlachten statt. Und hauptsache es fließt dabei viel Blut. Hauptsache, es findet ein reines Gemetzel statt.
    Das erfüllt 300, ausnahmslos. Wer irgendwelche faschistischen Züge in diesem Flim erkennt, muss regelrecht unter Paranoia leiden.
    Ganz davon abgesehen bedienen sich die ganzen Kritiker gegenüber 300 immer der gleichen Worte und Argumente – ein Armutszeugnis.

  14. Nerd Says:

    BTW: Man sollte die englische Originalfassung gesehen haben und dann erneut eine Kritik schreiben. Die deutsche Synchronisation ist meiner Meinung mangelhaft.

  15. Markus Says:

    Richtig, danke Nerd!

  16. peterhengl Says:

    Was geht hier ab? Marky Mark, du findest “300″ auf einmal GUT???

    PS Nerd: “Ganz davon abgesehen bedienen sich die ganzen Kritiker gegenüber 300 immer der gleichen Worte und Argumente – ein Armutszeugnis.” — dasselbe könnte man auch der 300-Verteidigungs-Crowd verwerfen, und genau deswegen bin ich auf die Argumente von Shadow weiter oben schon gar nicht mehr eingegangen – es langweilt mich zu sehr.

  17. Markus Says:

    Ohje, also bitte nicht falsch verstehen – 300 ist und bleibt für mich immer noch einer der dümmsten Flime überhaupt!

    Was man zu Recht bekriteln kann ist die scheinbar unbegrenzte Interpretation von Flimen, die ganz offensichtlich keinen Raum für Interpretationen lassen – eben weil sie dumm sind. Da kann man die Themen noch so tiefsinnig zerlegen, das führt zu rein gar nichts, da überhaupt kein Sinn vorhanden ist.

    Und je mehr man da herumwürgt, wie schlecht der Flim sei und dieses und jenes Thema subtil oder gar lautstark porträtiert, gibt man dem Flim sowas wie Potential. Und der Flim wird sich ganz verdattert freuen, war es ihm doch überhaupt nicht bewusst, in welche Bereiche ihn die Kritiken ziehen.

  18. peterhengl Says:

    Marky Mark:
    Im Generellen gebe ich dir recht, im Speziellen überhaupt nicht. Ja, ich hasse diese Über-Interpretiererei genauso wie jeder andere Mensch. Und ja, ich hasse das, wenn die neueste Kritik im Standard sich wieder super-gscheit vorkommt, weil irgendeine Lesart auf die Tagespolitik dazuerfunden wird.

    Aber nein, es ist eben nicht so, dass ein Flim (Buch/Song/Theaterstück) eine einzige, vom jeweiligen Schöpfer vorgegebene Aussage hat, und dass die einzige Aufgabe von Interpretationen die ist, eben diese Aussage herauszupuhlen. Das bringt uns die Oberstufe zwar so bei, aber es ist nicht so.

    Im besten Fall ist ein Kunstwerk so gehalten, dass es die Themen des Künstlers transportiert, und dass trotzdem ein gewisser Interpretationsspielraum da ist (auch abseits des üblichen “Interpretations-Amoks” diverser Kritiker). Im schlechtesten Fall (300) transportiert der Flim Messages, die der Regisseur gar nicht transportieren wollte.

    Und dass 300 faschistisch von A bis Z ist, ist eigentlich, und das ist der Knackpunkt, den ich dem Herrn Nerd noch mal betonen möchte, keine Frage der Interpretation. Man lese sich bitte meinen anderen Beitrag zum Thema “300″ durch, diesen hier: http://www.peterhengl.com/?p=595

    Da bitte. Keine Interpretation oder Vermutung meinerseits, sondern Fakt. Ganz knallhart. Und ganz anders als sonst fordere ich hier mal die absolute Wahrheit für mich und meine Aussagen ein.


    Und um dem Herrn Shadow auch noch ein kleines PS. zu spendieren: du bringst Fakt und Fiktion so wild durcheinander, dass ich gar nicht weiter auf deine Argumente eingehen will. Einige dich erstmal mit dir selbst, ob der Flim jetzt reine Comic-Fiktion oder knallharte historische Tatsachengeschichte ist, dann werde ich denen Argumenten Gehör schenken…

  19. Shadow Says:

    Zitat:
    “Und um dem Herrn Shadow auch noch ein kleines PS. zu spendieren: du bringst Fakt und Fiktion so wild durcheinander, dass ich gar nicht weiter auf deine Argumente eingehen will. Einige dich erstmal mit dir selbst, ob der Flim jetzt reine Comic-Fiktion oder knallharte historische Tatsachengeschichte ist, dann werde ich denen Argumenten Gehör schenken…”

    1. Ich bin kein “Herr Shadow”, sondern eine “Frau Shadow”… Soviel dazu erstmal.

    2. Was der Flim ist? Ganz einfach: In meinen Augen Fantasy, das sich grob an nem historischen Ereignis orientieren will. Der harte Kern ist zwar historisch (Schlacht zwischen Persern und Spartanern – nicht etwa die fiktive Schlacht um Mittelerde), aber da wurden so viele Fantasy-Elemente hinzugefügt, dass man den Flim insgesamt nicht als historisch betrachten kann, sondern als Fantasy. Und da muss ich mich nicht mit mir selbst einigen, das sehe ich nach wie vor so, auch wenn’s anscheinend für Dich nicht so verständlich rüberkam… :-p
    So, nu kannst Du loslegen… Wo ist das Problem?

  20. Shadow Says:

    Zusatz…

    Zitat: “und genau deswegen bin ich auf die Argumente von Shadow weiter oben schon gar nicht mehr eingegangen – es langweilt mich zu sehr”

    Wäre aber für mich echt mal interessant, was Du dazu sagst… Glaubst Du etwa, ich schreib den ganzen Text, weil ich es lustig finde, Dich zu nerven?? Mich hätte mal interessiert, was Du zu meinen Einwänden konkret zu sagen hast, was Du an den “immer gleichen Argumenten der 300-Verteidigungs-Crowd usw.” falsch findest und ob Du findest, dass man “300″ hätte besser drehen können (die Frage zieht sich durch meinen ganzen obigen Post). Mehr nicht. Und das war nicht mal ironisch gemeint…
    Dass Du Dich da anscheinend irgendwie persönlich angegriffen fühlst, kommt mir, ehrlich gesagt, seltsam vor…

  21. SchönerDenken Says:

    Spartanische Schlachtplatte…

    Gerade gesehen: Thomas über “300″

    Das Action- und Effekte-Kino hat ja viele Freunde. Da zähle ich mich auch selbst gern dazu. Aber immer noch gilt, was Tricktechnik-Guru Stan Winston gesagt haben soll: “Für einen guten Flim brauc…

  22. Shadow Says:

    Naaa? ;)

  23. Lukas Says:

    hab mich mal durch die ganzen komments gegraben… @ peterhengel: der film war flach und langweilig. aber zum faschismus-vorwurf: ist ein film, der ne faschistisches volk zeigt automatisch faschistisch? möchte mich hier va. den posts nerds & shadows anschließen…
    dass spartaner arschbrutal und militaristisch waren stimmt, aber ich würde hier auch nicht zuviel reininterpretieren wollen, bin da nerd meinung. und ich schließe mich shadows frage an: wie hätte man den film besser drehen sollen, so dass die spartaner immer noch spartanisch rüberkommen, aber der film nemmer rassistisch ist?

  24. peterhengl Says:

    Na gut, dann muss ich mir eben wirklich mal die Zeit nehmen, um zu antworten. Ich halte mich mal lose an die beiden Punkte von Shadow von weiter oben, die sind so ausführlich, dass sie definitiv eine Antwort verdienen. Lukas’ Meinung deckt sich eh weitestgehend mit Punkt 2.

    Ad (1): Comic vs. Verfilmung. Der wesentliche Grund, warum ich hier nicht sonderlich auf den Comic eingegangen bin, ist (a) dass das hier ein Flim- und kein Comic-Blog ist und (b) dass das prinzipiell keinen Unterschied für den Flim macht. Ist der Flim weniger faschistisch, wenn der Comic, auf dem er basiert, ebenfalls faschistisch ist? Nein.

    Ad (2): Historisch my ass. “300″ ist kein Dokumentarfilm. “300″ bezieht eindeutig Stellung: die Spartaner waren tapfere Kämpfer für Freiheit und Vaterland, die in ihrer geistigen und körperlichen Haltung zu bewundern und zu verehren sind.

    Stellt euch mal (nur um den unseeligen Nazi-Vergleich wieder auszupacken) einen Flim vor, in dem die Nazis die Helden und Erretter der westlichen Kultur sind. Kann man da sagen: “Hey, der Flim ist nicht faschistisch, nur die Nazis, die in ihm vorkommen?” – Nö.

    Ich fasse einige wesentliche Punkte zusammen, die ich irgendwo weiter oben schon mal festgehalten habe:
    1. Dieser Flim hat eine politische Botschaft, ob er will oder nicht.
    2. Dieser Flim ist _kein_ Dokumentarfilm, darf sich also keinesfalls mit dem Argument historischer Korrektheit herausreden.
    3. Gerade als Werk der Fantasie hat der Flim umso mehr Verantwortung, was seinen Inhalt und seine Botschaften angeht.
    4. Ob der Flim seine Vorlage adäquat umsetzt spielt für die ganze Faschismus-Argumentation keine Rolle.

  25. tschoscha Says:

    also lieber peter! deine argumentation ist durchweg schwachsinn und einseitig! du wiederholst immer die selben argumente, nur anders verpackt!
    wenn DU dem comic faschistoide eigenschaften zurechnest, heißt das dann dass man den comic nicht verfilmen sollte, nur weil du denkst er idealisiert die nazi-ideologie? (was er nicht macht, denn es handelt sich trotz der tatsache, dass der film viele fantasy-elemente beinhaltet immernoch um das Volk sparta-historisch gesehen. schon allein aus diesem grund ist der film nicht auf ideologien aus unserer zeit zu beziehen.)
    zu deiner aussage “die Spartaner waren tapfere Kämpfer für Freiheit und Vaterland, die in ihrer geistigen und körperlichen Haltung zu bewundern und zu verehren sind.”:
    wenn du in einen film gehst, sitzt du dann dran und glaubst ausnahmslos alles ohne es zu hinterfragen? wohl kaum, sonst würdest du auch nicht so n zeug verzapfen!
    jeder der sich diesen film ansieht hat die möglichkeit selbst frei in ihn hineinzuinterpretieren was immer er will!
    niemand sagt dir du musst die spartaner bewundern, doch fakt ist:
    SIE WAREN EINFACH SO!!!!!!!

  26. peterhengl Says:

    also liebe(r) tschoscha! deine argumentation ist durchweg schwachsinn und einseitig! du wiederholst immer die selben argumente, nur anders verpackt!

    Noch mal, ganz langsam, zum Mitschreiben:

    Ja, die Spartaner waren so. (zumindest teilweise.) Die Nazis waren auch so. Es ist aber ein Unterschied, ob ein Flimemacher “Schindlers Liste” dreht oder “Triumph des Willens”.

    “300″ ist kein (ich wiederhole: KEIN) Dokumentarfilm. Das heißt, ich darf mich nicht darauf berufen, dass er sich an die Fakten hält. Das tut er nicht. Es wird zum Beispiel ganz explizit weggelassen, dass die Spartaner ganz gerne mal mit Knaben ins Bett gestiegen sind. Und warum wird das weggelassen? Weil die Spartaner die Helden des Flims sein sollen. Das ist also eine ganz bewusste Entscheidung des Regisseurs.

    Und dass die Spartaner gleichzeitig ein ziemlich faschistisches Verhalten an den Tag legen, habe ich an anderer Stelle bereits bis zum Exzess analysiert. Ergo wird Faschismus glorifiziert. Ja, an dieser Stelle wiederhole ich mich selbst. Aber es ist so, und wer das jetzt immer noch nicht akzeptieren kann, scheint eine ganz schön lange Leitung zu haben.

    Und bitte, bitte, bitte, erzähl’ mir nichts von “wenn du in einen film gehst, sitzt du dann dran und glaubst ausnahmslos alles ohne es zu hinterfragen? wohl kaum, sonst würdest du auch nicht so n zeug verzapfen!” Was du nämlich nicht merkst: ich bin hier bereits seitenweise damit beschäftigt, das Ding zu hinterfragen. Du offensichtlich nicht.

    Ganz abgesehen davon: was mich an “300″ viel mehr stört, als der mehr als fragwürdige politische Unterboden ist die Tatsache, dass es sich um einen langweiligen, uninteressanten, schlecht gemachten, fürchterlich plumpen Flim handelt.

  27. Mental Savage Says:

    300…

    “Submission – now that’s a bit of a problem” – Leonidas
    Schon mit Sin City wurde ein Frank Miller Comic in einem sensationell neuen visuellen Stil verfilmt, ähnliches ist jetzt mit 300 gelungen: Die Bildsprache ist eine artifizie…

  28. random132 Says:

    Der Flim sollte Unterhaltung sein, mit historischer Grundlage.
    Der Autor hätte vielleicht vorher und nachher die Nachricht “Nicht allzu ernst nehmen bitte” auf allen Sprachen über den Bildschirm laufen lassen sollen …

    Aber ansonsten, netter Flim :)

  29. Spreewriter Says:

    Ganz einfach:

    Der Flim zeigt ein Volk, dass:

    1. Behinderte und Kranke Kinder tötet um seine Reinheit zu erhalten.

    2. Nur für den Krieg und das Vaterland lebt.

    3. sympatisch sein soll

    Wem das nicht reicht kann ja mal über die Rolle der Demokraten nachdenken. Oder über die Schwulenfeindlichkeit.

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