So, so, so. Sorry. Der geneigte Leser hat sich wieder einmal mehrere Tage gedulden und auf neuen Filmblog-Content warten müssen. Ich gelobe (wie immer) Besserung. Dafür gibt’s jetzt die große Reviewflut: 10 Filme in 4 Blog-Einträgen innerhalb – sagen wir – der nächsten Stunde.
Und als erstes lass’ ich gleich wieder einen Film aus: The Darjeeling Limited (2007), Wes Andersons neuen Super-Film, hab ich nämlich als Pressevorführung für Allesfilm.com gesehen. Das Review hab’ ich gerade eingereicht, sobald es online geht gibt’s dann mal einen längeren Blogeintrag mit Verweisen auf diversen Filmking-geschaffenen Allesfilm-Content. Und eine neue Fernsehkolumne schreib’ ich denen dann auch mal wieder.
Jetzt aber zum ersten richtigen Review: Sophie Scholl – Die letzten Tage (2005) hat in seinem Entstehungsjahr recht viel Hype erfahren, nicht zuletzt auch, weil er oscarnominiert war (obwohl er dann gegen Tsotsi verloren hat). Eine Inhaltsangabe erübrigt sich, da jeder halbwegs gebildete Mensch bereits aus dem Filmtitel herauslesen kann, worum es geht: um die letzten Tage der von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin Sophie Scholl.
Und ich mag den Film nicht. Erstens, weil er seine (zugegeben: bewegende) Geschichte auf langweiligstmögliche “Ich will einen Oscar”-Art runterspult, in einer generisch uninteressanten Wischiwaschi-Ästhetik. Angesichts der Unzahl an Filmen, die den Nationalsozialismus thematisieren und das in genau dieser Ästhetik tun, scheint mir das wie ein absoluter Fauxpas.
Dazu kommt dieses unangenehme Gefühl in der Wirbelsäule. Dieses Gefühl, das ich das letzte Mal hatte, als diese Du bist Deutschland-Kampagne gestartet wurde. Dieses… ich will nicht sagen “apologistische” - nein, äh, ich weiß nicht… ich will ja auch keine Generalschuld aussprechen… aber irgendwie… egal. Ein unangenehmes Gefühl im Bauch. Vgl. Der Untergang.
Weitere Negativpunkte:
- Die Mitwirkung von Julia Jentsch, die speziell durch ihre Mitwirkung an Weingartners Kack-Film Die Fetten Jahre sind vorbei einen ganz besonderen Sympathiemalus errungen hat.
- Die Tatsache, dass der Film die erste halbe Stunde lang nur aus Genuschel besteht. Murfel, murfel. Hätt’ ich den von DVD gesehen, ich hätte die Untertitel einschalten müssen.
- Die schlechte CG-Hakenkreuz-Fahne recht früh im Film.
Egal, zweiter Film: The Woodsman (2004): irgendwo in meinen alten Ausgaben des Ray Kinomagazin müsste sich noch ein recht gutes Review zum Film finden, ich bin jetzt aber zu faul danach zu suchen. Die Qualifikation als Quasi-Oscar-Film erhält dieser übrigens nicht über eine Nominierung (eine solche hat er nicht, nur ein paar von diesen kleinen, uninteressanten Awards) - aber zumindest hat er dieselbe, typische Oscar-Ästhetik. Für die echten richtigen Oscars dürfte er thematisch aber doch zu fingerverbrenngefährlich gewesen sein.
Kevin Bacon spielt einen Pädophilen, der seine letzten 12 Jahre im Gefängnis verbracht hat, und jetzt, auf Bewährung frei, sein Leben fortsetzt. Bacon portraitiert dabei einen Mann, der im steten Kampf mit sich selbst ist (hence der dämliche deutsche UnterÜbertitel Der Dämon in mir) – aber auch mit steten Gängelungen und Konflikten aus seiner Umgebung zu rechnen hat.
Ja, ja. Tolles Drama, realistische Darstellung, tolle Schauspieler, etc, etc. Wieder so ein Film im Autopilot-Modus, der sich irgendwie scheut, auch nur ein Minimum an Originalität zu entwickeln. Somit ein sehr solider, durchaus unterhaltsamer Film, aber irgendwie auch eher langweilig.