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Tag: Fantasy

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Oh yeah Trailer-Time klicketiklick!

http://www.apple.com/trailers/paramount/ironman/

Feinfeinfein, den habe ich mir gleich zweimal angesehen. Den ersten Teil fand ich großartig, auf die Fortsetzung freue ich mich wie ein großes Kind. Scarlett Johansson!

http://www.apple.com/trailers/wb/clashofthetitans/

Ich habe nicht gedacht, dass mir heute Abend ein anderer Trailer noch besser gefällt. Aber gut. Ich kann nur hoffen, dass im Finale dieses Films die Protagonisten ihre E-Gitarren rausziehen, den Trailersoundtrack spielen und dazu Metal-Alben-Cover-Monster bekämpfen. Mit den Gitarren.

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Gestern gesehen: Shrek Hardcore

Ja, ja, jaaaaa: man will es nicht fassen, aber ich nutze endlich, endlich die Ferien, um wieder einmal ein ganz klassisches Old-School-”Gestern gesehen” zu verfassen. Der Film der Wahl ist dafür Beowulf (2007) von Robert Zemeckis. Ein leichtes Ziel.

Wir erinnern uns: Zemeckis ist Regisseur einiger sehr ansehbarer Filme, darunter Forrest Gump und die Zurück in die Zukunft-Trilogie. Und Zemeckis hat vor ein paar Jahren den All-CG-Animationsfilm Der Polarexpress gedreht und sich trotz vernichtender Kritiken (die sich größtenteils gegen die leblose Animation richteten) so in das Konzept “lebensecht” nachmodellierter Computerfiguren verliebt, dass er seither nur noch solche Filme macht.

Und für Beowulf hat er tatsächlich eine recht beachtliche Besetzung zusammengetragen, die da ihre Stimmen und ihre ungefähren Gesichter den Figuren leihen: Anthony Hopkins, John Malkovich, Angelina Jolie leihen ihre Stimmen Modellen, die ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten ähneln, selbiges gilt für Grendel/Chrispin Glover (ich werde mehr und mehr ein Fan von dem Männe). Dazu kommt ein sehr gutes Drehbuch von Roger Avary und Neil Gaiman (die ja beide sehr, sehr fähig sind).

Das Problem ist die Animation, denn die ist (wieder) völlig seelenlos und unecht. Zwischendurch ist sie richtig schlecht, etwa auf dem Level einer 5 Jahre alten Computerspiele-Zwischensequenz, vor allem die Landschaften und Interieurs wirken kahl und leer. Noch schlimmer als die Landschaften aber sind die Figuren, die völlig leblos und kalt wirken, niemals an echte Menschen erinnern, mehr an die menschlicheren Figuren aus den Shrek-Filmen – was in krassem Gegensatz zum Drehbuch steht, das vorne und hinten versucht, die Figuren möglichst menschlich zu gestalten.

Die CG-Figuren sind aber nicht einmal im Ansatz fähig, das zu transportieren, was das Drehbuch erfordern würde – richtige echte Emotionen auf richtigen echten Gesichtern. So aber entsteht etwas, das mein Vater völlig korrekt als einen eh recht unterhaltsamen Kinderfilm abgetan hat. Verlorenes Potential, leider.

Für seinen nächsten Film hat sich Zemeckis mit dem legendären Dickens’schen Christmas Carol zwar nicht gerade den originellsten aller Filmstoffe ausgesucht, dafür aber einen, der in der CG-Variante funktionieren könnte (zumal mit Jim Carrey ein Schauspieler gefunden wurde, der vielleicht wirklich in der Lage ist, Emotionen durch Zemeckis’ leblosen Animationsstil durchzustrahlen). Mal sehen.

[Den Film zum Review gibt es als DVD und Blu-Ray bei Amazon.]

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Vorgestern gesehen: Fantasy 2

Wenig handlungstechnisch gerechtfertigt schleift Futurama: Bender’s Game (2008) die altbekannten Futurama-Protagonisten in eine Fantasy-Umgebung, um dort ausgiebig wie altbacken den “Herr der Ringe” (sowie D&D) zu parodieren. Von den bisherigen drei Futurama-Direct-to-DVDs die Schwächste, dennoch sehr lustig.

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Vorgestern gesehen: Fantasy 1

John Boormans Excalibur (1981): ein Metal-Albencover-eskes Fantasyspektakel, das die Artus-Sage in all ihrer blutigen Detailliertheit schildert – hat mich ein wenig an Fritz Langs “Faust” erinnert.

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Gestern gesehen: DVD-Mix

Ah, es tut gut, wieder einmal ganz legitim die Worte “Gestern gesehen” zu tippen.

Stammleser werden sich noch daran erinnern, dass vor fast einem Monat so etwas wie eine “Münchhausen-Nacht” stattgefunden hat, allerdings mit deutlich zu wenigen Filmen rund um den populären Lügenbaron. Eine Verfilmung des Stoffes hat damals noch ihren Weg in meine DVD-Sammlung gefunden, und zwar Die Abenteuer des Baron von Münchhausen (1988) von Terry Gilliam (den ich jetzt nicht als Ex-Monty-Python deklariere, weil er meiner Meinung nach der Einzige in der Truppe ist, der es geschafft hat, in der Tat mehr als nur ein “Ex” zu sein). Von dem Film ist gerade erst eine neue Special-Edition-DVD erschienen, die angesichts ihres niedrigen Preises vermutlich nur eine Nebengeburt der Blu-Ray-Disk ist. Da der Filmking aber keinen entsprechenden Player hat (Verweigerung wegen Medien-Chaos) hat er sich rund 15 Euro gespart.

Der Filmking hat den Film (obwohl er ja eigentlich ein großer Fan von Terry Gilliam ist) sicher seit 10 oder mehr Jahren nicht mehr gesehen und konnte ihn entsprechend beinahe wie einen neuen, noch unbekannten Film ansehen. Naja, nicht ganz, denn die eindrucksvollen, typisch Gilliamesken Bilder prägen sich doch tief ins Unterbewusstsein ein, um dann wieder hervorzubrechen. Wir schreiben das Zeitalter der Vernunft, eine Stadt liegt unter türkischem Kanonenbeschuss. Ein kleines Theater führt die Abenteuer des berühmten Barons von Münchhausen auf, was den Unmut des tatsächlichen, greisenhaften Barons auf sie zieht. Doch anstatt zu grollen, beginnt er eine wahnwitzige Rettungsaktion, deren erster Schritt die Befreiung seiner superbekräfteten Diener vom Mond, aus dem Ätna und aus dem Bauch eines Wales involviert. Ständige Begleiterin ist die kleine Sally, und mehr als einmal springt der tapfere Baron einem sehr barocken Tod von der Klinge bzw. Sense.

Eine wahrhaftige Starbesetzung hat der Herr Gilliam da zusammengetragen: ein creditloser Robin Williams als wahnsinniger Mondkönig, eine noch völlig unbekannte Uma Thurman als Venus (inklusive Muschel und Nacktheit), Jonathan Pryce und Eric Idle sowie ein paar andere, die mir jetzt spontan nicht einfallen. Dazu der enorme Aufwand, der dem Film fast blockbustereske Dimensionen verleiht – zu schade, dass dem Ding dann dank Studio-Unfug ein kommerzieller Erfolg verwehrt war.

Andererseits hat der Film auch eine gravierende Schwäche: so recht gelingt Gilliam kein Zugang zur Welt des notorisch schwindelnden Barons: zu fantasievoll und verspielt ist seine Welt schon von Beginn an, um die Geschichten des Barons vom Rest abzuheben, zu sehr verliert sich Gilliam in den raumzeitlosen, verspielten Windungen eines barocken Gemäldes. Erst der Schluss, der das gesamte Geschichtenkonzept des Films zu einem Kreis verbindet, weiß dieses Problem auszugleichen.

Danach noch so eine DVD-Sache: Fox ramscht zur Zeit seine gesamte “Cinema Premium”-Reihe für unter zehn Euro raus. Hat damit zu tun, dass man die Reihe recht unschön beendet hat (erst hat man sich bei dem eigentlich in der Reihe erschienenen 1900 einen ziemlichen Fauxpas erlaubt, dann einen ganzen Haufen in der Reihe angekündigter Filme nicht erscheinen lassen, darunter eine dringend notwendige Special Edition vom Filmking-Favorite Die Körperfresser kommen) – nicht nur war es anscheinend eher schwierig, die Materialien für die Reihe aus den USA zu bekommen, offensichtlich war die Reihe auch finanziell eher unrentabel. Kein Wunder, denn vielfach waren die Filme die jeweils umpfte Auflage – im Falle von Billy Wilders Manche mögen’s heiß gab’s eine Special Edition, Gold Edition, Ultimate Gold Edition und dann erst die reichlich teure und inhaltlich mit der vorangegangenen Auflage identische Cinema Premium. Naja, jetzt nach dem Preisverfall sind die Cinema Premiums aber doch sehr attraktiv, und so hab’ ich mir mal Butch Cassidy und Sundance Kid (1969) geholt.

Und zu dem Film hab’ ich schon ein reichlich banales, aber doch lesbares Review gepostet. Ich spar mir also nochmal viele Worte und füge stattdessen die Fahrradszene ein.

[youtube howEAqstkzQ]

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Gestern gesehen: Filmparodien-Tripel

Es gab einmal eine Zeit, da hatte das Gespann Zucker-Abrahams-Zucker den cinematischen Himmel der Filmparodie quasi für sich alleine gepachtet. In diesem goldenen Zeitalter der Filmparodie, den sonst eher umstrittenen Achzigern, war jeder Schuss ein Treffer, jede Pointe saß. Als Scary-Movie-geplagter Parodienfan von heute erinnert man sich nur noch mit einer Träne im Auge an jene güldenen Tage.

Oder? Sieht man mal näher hin, muss man erkennen, dass das ZAZ-Team insgesamt nur sechs Filme gemeinsam gemacht hat. Und die sind – bei näherer Betrachtung – mitunter auch reichlich dumm. Zwei der Filme gab’s gestern bei einem Filmabend mit den Kumpels.

Das Kentucky Fried Movie (1977) hat nicht nur die besondere Ehre, der erste Film des ZAZ-Teams zu sein, sondern auch die, offensichtlich eine große Inspiration für den berühmten Dr. Boll, dessen Erstlingswerk passend einfallsreich German Fried Movie heißt. Schön, wenn man sich als Inspiration einen Film wählt, dessen erste Dialogzeile “In das Popcorn, das sie essen hat jemand reingepisst” lautet.

Ein Satz, der dann auch schon das Niveau des restlichen Abends recht gut vorgibt. Aber halt, bis jetzt klingt das so, als würde mir der Film nicht gefallen. Er ist großartig, lieber Leser, großartig. Die Klinge, die die ZAZe führen, mag zwar nicht die Feinste sein, aber sie verfehlt ihr Ziel nie. Ob die im episodisch strukturierten KFM enthaltenen Filmparodien, Werbeclips, oder schlichten Sight Gags, sie alle kommentieren trefflichst Medienphänomene, die heute nicht minder aktuell sind wie damals, Ende der Siebziger.

Wenig überraschend auch, dass die meisten, ja oft sehr kurz gehaltenen Gags ihren Weg auf YouTube gefunden haben – die Zusammenhangslosigkeit der einzelnen Abschnitte erinnert an jene besonders YouTube-tauglichen Strukturen, die Kollege Heller auch bei Family Guy findet.

Wesentlich mehr interne Struktur bietet da schon der etwas später entstandene Top Secret! (1984). Der US-Sänger Nick Rivers (Val Kilmer) wird auf ein Kulturfestival der DDR eingeladen, verstrickt sich jedoch bald in einer Spionagegeschichte rund um den entführten Dr. Flammond und seine Tochter Waltraud.

Es regiert eine gepflegte Mischung aus leichtverständlichen Nonsens-Gags und Anspielungen auf Genre-Konventionen – die meisten davon sind lustig, obwohl ich den Film fast auswendig kann. Und das wiederum ist bemerkenswert, obwohl ich den schon seit Jahren (vielleicht sogar Jahrzehnten) nicht mehr gesehen habe.

Und das wäre jetzt eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, Versatzstücke aus einem Blog-Eintrag zu verwenden, an dem ich schon ewig schreibe, und den ich vermutlich eh nicht mehr fertig bekommen werde. Ich wollte nämlich länger schon ein kleines Essay über den aktuellen Status des Genres Filmparodie schreiben und mich darin über den Untergang dieses Genres auslassen. Meine eigene Argumentation, dass Filmparodien immer dümmlicher werden würden, lässt sich aber anhand der doch recht dümmlichen ZAZ-Filme leicht widerlegen, ebenso die Behauptung, es gäbe keine guten Parodien mehr. Denn an dieser Stelle kommt der dritte Film des Abends ins Spiel.

Ein Film, den ich selbst nicht nur als very, very “low brow” bezeichnet habe, sondern über den ich auch gesagt habe: “Mitunter sind die Witzchen so minderbemittelt, präpubertär und lächerlich (Fürze anzünden, sich selbst bepissen etc.) dass ich mich echt geschämt habe, zu lachen.” (Und zwar hab ich das hier gesagt). Aber wer das ganze Review liest, wird sehen, dass ich über Disaster! (2005) auch Gutes zu vermelden hatte.

Was sich seit dem Fantasy Filmfest ’06 geändert hat, ist die Tatsache, dass der Film mit einer Synchro ausgestattet wurde. Und schlauerweise haben sich die Damen und Herren von e-m-s an den vermutlich einzigen deutschen Gegenwarts-Sprachkünstler gewandt, der zur Übersetzung eines solchen Machwerks in der Lage sein dürfte: Rainer Brandt. Deim einzig echten Rainer Brandt. Oh yeah, Baby! Und Herr Brandt fasst wirklich in die Vollen, und zeigt, wie viele Kalauer er aus der deutschen Sprache noch herausholen kann. So ist Disaster! auf deutsch nochmal um einiges lustiger als auf Englisch.

Fazit: ein rundum gelungener Abend parodistischer Heiterkeit, mit einem eher tieffliegenden Niveau. Die Kumpels waren begeistert. Fein!

[youtube K6699JGyEtI]

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Dienstag gesehen: mehr Semi-Trash

Ich tu’ mich immer schwer, einen Begriff für Filme zu finden, die eindeutig eine gewisse Trash-Haftigkeit haben, ohne wirklich echter Trash zu sein.Vorschläge sind willkommen.

Unternehmen Feuergürtel (1961) heißt im Englischen wesentlich lyrischer Voyage to the Bottom of the Sea und kann damit zu einer Art Zyklus von Filmen gerechnet werden, die in den Sechzigern die Zuseher auf eine phantastische Reise schickten, und die interessanterweise alle auf deutsch in der “große Klassiker”-DVD-Reihe von Fox erschienen sind. Die von mir besehene Fassung war leider nicht die DVD, sondern eine TV-Aufnahme von das Vierte, das tatsächlich in höchstem Maße das neue Kabel 1 ist, und alte Film- und Serienklassiker (löblich) in teils grauenhaften (nicht löblichen) Bildmastern ausstrahlt. Und so gab’s für den Filmking 2,35:1 in teils fürchterlich ruckeligem Pan-Scan-4:3.

Nichtsdestotrotz erweist sich der Film als spaßig: weil der Van-Allen-Gürtel brennt, kann nur ein Super-Duper-U-Boot vom Marianengraben aus Atomraketen darauf abfeuern, warum auch immer. Was schwierig ist, denn der Funkkontakt zur UNO ist verloren, und so ein religionsfanatischer Fuzzi sitzt dem Admiral und dem Captain im Nacken. Und Barbara Eden. Was damals wissenschaftlich gerade noch so plausibel war, kann heute schon guten Gewissens mit dem Label “Camp” versehen werden, und nur noch von zehnjährigen Buben ernsthaft genossen werden. Inhaltlich leidet der Film vor allem daran, dass die ersten zwei Drittel größtenteils aus Dialogen bestehen, und echt coole U-Boot-Action erst zum Schluss des Geschehens ins Spiel kommt. Sicher einer der schwächeren Fantasy-Filme der Sechziger, dennoch: unterhaltsam.

Und mit Schrecken stellt der Filmking fest, dass er den sehr geschätzten Christopher Lee erst ein einziges Mal in seiner Paraderolle als Graf Drakula gesehen hat: ausgerechnet im schwächlichen Die Herren Dracula, vor Ewigkeiten gesehen und reviewt habe. Artehat kürzlich praktischerweise einen der “echten” Hammer-Draculas ausgestrahlt: Blut für Dracula (1966) a.k.a. Dracula: Prince of Darkness.

Handlung: Graf Dracula, in den vorangegangenen Filmen vom in diesem Film sträflich abwesenden Dr. Van Helsing (Peter Cushing) gemeuchelt, wird von seinem Diener wieder herbeigezaubert, wofür vier arglos aufs Draculaschloss gelockte Touristen ihr Leben lassen müssen. Handlungsmäßig fällt der Film eher So-so aus, vor allem, weil Dracula Lee nur sehr spät und wenig in Erscheinung tritt, und wenn, dann völlig stumm, weil der Lee seinen eigenen Dialog angeblich so dämlich fand… atmosphärisch ist er allerdings, der Film, das muss man ihm lassen. Schön.

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Gestern gesehen: britische Seltsamkeiten

Ein Film, der sich schon eine geraume Weile auf dem DVD-Stapel befand (etwa seit Oktober): Der Schrecken der Medusa (1978), jener höchst eigenartige Eurofilm, in dem der komatöse Richard Burton scheinbar mittels Telekinese Übles anrichten will, und Psychologin Lee Remick und Inspecteur Lino Ventura das zu verhindern suchen. Ein höchst eigenartiges Filmchen, wenn man darüber nachdenkt, wirkt doch der Versuch, nicht völlig ins Trashige abzugleiten schwerfällig und eigenartig. In Doppelflashbacks geht es zurück bis in Burtons Kindheit, die seltsam ernsthaft und unpassend zu den verschollenen Astronauten und einstürzenden Altbauten der Gegenwart des Films passen. Lino Ventura wirkt seltsam gelangweilt, was mit der Materie des Films zu tun haben mag, Burton gibt dafür sein Bestes und darf sein unheimlichstes Blaue-Augen-Blitzen beisteuern. Ein höchst ungewöhnlicher Mix aus Krimi, Drama und Sci-Fantasy, interessant und abseitig.

Danach: das letzte Duzend arte-Trash muss ich noch abarbeiten, gut, dass die Reihe gerade in Winterpause ist und mir so etwas Luft verschafft. Arte scheint sich, was den Trash-Begriff angeht, mittlerweile sehr auf einige Sub-Genres versteift zu haben, was wohl vorrangig lizenzrechtliche Gründe haben dürfte – oder an persönlichen Präferenzen liegt. Und so gibt’s neben sehr viel Russ Meyer und homosexuellem Trash der letzten paar Jahre auch immer wieder mal Obskures aus Großbritannien – wie zum Beispiel Brennender Tod (Night of the Big Heat, 1967), einem Film, der sich immerhin mit den beiden Hammer-Alumni Christopher Lee und Peter Cushing schmücken kann. Der Film erinnert inhaltlich (ausserirdische Monster kommen auf britische Kleinst-Insel und sorgen für Randale) und stilistisch (billig, billig, billig) so sehr an Insel des Schreckens, dass ich zuerst annahm, es handle sich um denselben Film. Nur sind die Monster diesmal ausserirdisch, und strahlen Hitze ab, anstatt sich von Knochen zu ernähren. Aha. Speziell Christopher Lee gibt eine starke Performance, dafür wundert man sich an den hohen Anteil an Pseudo-Erotizismus (viele Bikinis, Dreiecksbeziehungen, etc.) und Langeweile – ich bin gnadenlos eingepennt und habe den großen Auftritt des Monsters (der wohl aus Kostengründen erst gegen Ende stattfand) quasi komplett verschlafen. Naja, nicht wirklich schade drum.

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Kino-Rückschau ’07

Letztes Jahr hab’ ich auf eine Kino-Rückschau des vergangenen Jahres verzichtet, vorrangig, weil ich im ganzen Weihnachtsstress vergessen habe, eine zu machen. Heuer war ich schlauer und habe schon vor dem 24. Dezember begonnen, an diesem Eintrag zu schreiben. Hihi.

Das heurige Jahr war überhaupt ein gutes Kinojahr für mich, mit insgesamt 58 gesehenen Filmen vermutlich eines meiner stärksten überhaupt – und das, obwohl ich, abgesehen von 12 Filmen auf der Viennale, kein umfangreiches Festival besucht habe (die letzten Jahre hat normalerweise das Fantasy Filmfest meine Jahresstatistik nach oben getrieben).

In klassischer Blogging-Tradition folgt also eine völlig uninteressante, rein subjektive Hitliste von persönlichen Jahreshighlights, aufgeteilt in verschiedene Rubriken. Nachdem bei 58 Filmen allzu viele Top 100s aber wenig Sinn machen, hab’ ich mich entschlossen, willkürlich gewählte Kategorien mit einer willkürlichen Anzahl von ungereihten Gewinnern zu füllen. Ladies and Gentlemen, ich präsentiere das “Best of” anno Domini 2007:

OVERALL TOP SIX

Die sechs subjektiv superbsten Streifen des Jahres. Für diese Kategorie tauglich sind nur Neustarts des Jahres, Klassiker sind ausgeschlossen. Allerdings hab’ ich mich bei den Neustarts sehr subjektiv gehalten, Filme, die offiziell ’06 gedreht wurden, oder in unseren Breiten erst ’08 starten, sind ebenso qualifiziert.

  • The Darjeeling Limited Ich weiß, es ist riskant, einen so spät erst gesehenen Film in so einer Hitliste zu nennen, aber bei Wes Andersons Neuestem ist es so, dass er mit jedem Tag, der seit der Pressevorstellung vergangen ist, ein bisschen besser wurde.
  • I’m Not There Todd Haines’ ultra-subjektives, ungewöhnliches Bob-Dylan-Essay, ein wahnwitziger, verspielter Film, der (und so soll es ja sein) den Stil des Abgebildeten perfekt emuliert.
  • No Country for Old Men Naja, bei dem ganzen Kritikerlob wenig überraschend, dass ausgerechnet die Coen Brothers in meiner Hitliste landen. Aber ehrlich: ich war erstaunt, wie frisch und anders und doch Coen-typisch der Film ausgefallen ist. Großes, großes Kino.
  • Persepolis Ich war ja schon ein großer Fan der Graphic Novel, und der Film hat diese perfekt wiedergegeben (oder sogar noch verbessert). Toll. Ein zum Satrapi-Fan Gewordener dankt.
  • The Fountain Mein damaliges Review ging angesichts der Parallelen zu 2001 sogar soweit, den vorher schon hochgeschätzten Darren Aronofsky (und nicht ohne Stolz kan ich diesen Namen auswendig richtig buchstabieren) zum nächsten Kubrick zu erklären.
  • A Prairie Home Companion Abschied von Robert Altman. Ich werde dich vermissen, Alter.

BESTE KLASSIKER

Und wenn sie schon in der Hauptkategorie ausgeschlossen sind, dann bekommen sie eben ihre eigene Kategorie: Filmklassiker, die ich unter diesen oder jenen Umständen ’07 im Kino (also dort wo sie hingehören) genießen konnte. Da diese Kategorie nicht so teuflisch viele Einträge hat, gibt’s auch nicht so viele Preisträger.

  • Der Zauberer von Oz There’s no place like home Toto I feel we’re not in Kansas anymore we’re off to see the wizard ding dong the witch is dead which witch the wicked witch
  • Die sieben Samurai Ein beinahe bewusstseinserweiterndes Kinoerlebnis, das meine Einstellung zum Kinobesuch bzw. zum Filmkonsum an sich grundlegend verändert hat. Schön!

BESTER AUSTRO-FILM

Auch dem heimischen Film muss ein Forum geboten werden. Allerdings muss der Fairness halber gesagt werden, dass es überhaupt nur zwei Kandidaten für die Kategorie gibt – was gegen den österreichischen Film genauso spricht wie gegen mich. Und nachdem Kandidat Nummer zwo vom unerträglichen Seidl stammt, hat der Gewinner leichtes Spiel.

BESTE KOMÖDIE

Wenn man Komödie mal im weitesten Sinne als alles fasst, was lachen lässt, so ist “Komödie” das einzige Genre – oder sagen wir besser: der einzige stilistische Klassifikator, der eine ausreichend große Zahl an Teilnehmern ermöglicht, dass eine Wahl der Besten tatsächlich sinnvoll ist.

  • Persepolis Schön, dass ich den schon in einer anderen Kategorie hab. Da spar ich mir Schreibarbeit. Tendentiell ist der Film zwar keine reine Komödie (sondern mehr so Tragi- oder so) aber ausreichend lustig und dynamisch, um in dieser Kategorie ausgezeichnet zu werden.
  • Superbad McLovin!
  • Immer nie am Meer Auch hier: der offiziellen Genre-Beschreibung nach zwar eine Psychogroteske, aber auf eine kranke, widerliche Art doch so lustig, dass er leicht für diese Kategorie taugt.

GRÖSSTE ENTTÄUSCHUNG

Enttäuschungen gibt’s oft im Leben, so auch im Kino. Traditionell kann ich recht gut einschätzen, wenn ein Film eine Gurke ist, weshalb ich nur selten von Filmen im Kino enttäuscht werde. Drei konnten aber heuer meine Erwartungen absolut nicht erfüllen.

  • 300 Erinnert sich noch jemand an das wochenlange Wortduell, das ich mit meiner spontan gewachsenen Menge an Kommentatoren ausgefochten habe? Ein Film, der mein Blut zum kochen bringt, wenn ich nur daran denke. (1,2,3)
  • Ghost Rider Der Film, in dem das Wort “Enttäuschung” am zutreffendsten ist. Dabei waren meine Erwartungen eh so niedrig. Aber Mark Steven Johnson hat es tatsächlich geschafft, das brennende Motorrad gegen die Wand zu fahren. Buuh!
  • Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler Helge Schneider als Adolf Hitler - das war für mich eine sichere Bank. Meh.

GRÖSSTE ÜBERRASCHUNG

Und in die andere Richtung ist es noch drastischer – was daran liegen mag, dass ich selten in Filme gehe, an die ich zu niedrige Erwartungen habe. Entsprechend gibt’s nur einen Preisträger.

BESTER SOUNDTRACK/SONG

Eine Auszeichnung, die an jene Filme geht, deren Soundtrack oder zumindest ein Song daraus mich echt monatelang verfolgt hat.

  • The Darjeeling Limited muss gleich nochmal nominiert werden: die letzten Tage und Wochen hab’ ich echt nur noch Peter Sarstedt und die Kinks in den Ohren. Spitze.
  • Lou Reed’s Berlin Eigentlich nicht ganz fair, einen reinen Konzertfilm zu nominieren – aber allein die Feststellung, dass der olle Lou nicht einmal ein Minimum an stimmlicher Veränderung durchgemacht hat, ist die Nominierung wert.
  • I’m Not There Auch hier eigentlich unfair bei einem ausschliesslich Dylan-geschriebenen (bzw. gecoverten) Soundtrack – angesichts der Tatsache, dass ich mir zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder eine CD gekauft habe, sei das aber entschuldigt.
  • Zodiac Hauptsächlich nominiert wegen einem Song: die verstörende Art und Weise, wie dieser Summende Anfang von Hurdy Gurdy Man verwendet wird. (Donovan-Verächter können sich ja auch dieses geile Video geben.)
  • Mr. Bean macht Ferien Ein Song, den ich Wochen und Monate nicht aus dem Schädel bekommen habe: La Mer – qu’on voit danser le long de golfes clairs…
  • Immer nie am Meer Und die Sonne geht auf / und die Erde geht unter / und ganz oben steht der Mond / und er scheint jeden Tag / auf die Erde herunter /von seinem Blick bleibt nichts verschont

BESTES PERSÖNLICHES ERLEBNIS IM KINO (DANKE, VIENNALE)

Bonus-Kategorie, nur erfunden, um ein besonders nettes Erlebnis zu würdigen.

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Gestern gesehen: bunte Farben, bunte Beziehungen

Ein Filmklassiker, den ich eigentlich erst heuer für mich entdeckt habe, und der dann sogleich zum Centerpiece meines heurigen Halloween-Filmabends wurde: Suspiria (1977). Im Halloween-Abend-Review habe ich mein Leid über die zu diesem Zeitpunkt noch mangelnde DVD geklagt, kaum einen Tag später hab’ ich sie dann erhalten (wie könnte es auch anders sein). Dafür lag die DVD jetzt zwei Monate herum, auf eine Gelegenheit wartend, konsumiert zu werden.

Die Gelegenheit ist inzwischen gekommen: der Herr Papa (der zuletzt mehrmals auf’m Blog erwähnt wurde) hat zu Weihnachten einen lange ersehnten Videoprojektor bekommen und so schien mir die Farbenopulenz von Suspiria gerade richtig, um den Beamer schön auszutesten.

Zum Film selbst möchte ich nicht allzu viel verlieren, ich hab’ ja eh schon letztes Mal darüber geschrieben – ich könnte höchstens darauf hinweisen, dass der Film tatsächlich hauptsächlich audiovisuell interessant ist, dass die Handlung eher auf Billig-Grusel-Niveau dahinsumpft, dass einige (Ton-)Schnitte recht eigenartig sind – oder, dass mein armer, übermüdeter Vater ein paarmal eingepennt ist – aber ich glaube, ich schreibe lieber ein bissel was über die DVD.

Ein kurzer Blick in die OFDb verrät, dass der Film beim Label “Dragon” erschienen ist – Dragon, das ist so ein halbschwindliges Ding, über das sich nicht viel herausfinden lässt – spezialisiert auf böse Filme (also Zeug, das im FSK18/indizierten Bereich herumschwirrt) – und irgendwie hängen die mit Raptor Entertainment zusammen. Von Suspiria gibt es drei Auflagen, die Einzel-DVD, eine Argento-Box, und die “Ultimate Collector’s Edition”, die sich durch eine Bonus-DVD und eine Soundtrack-CD auszeichnet. Und jetzt ratet mal, welche sich der Filmking beschafft hat…

War nicht ganz einfach, an die seit Jahren vergriffene Ultimate Collector’s Edition zu kommen – geglückt ist es mir erst über www.filmundo.de, einer Art eBay für böse und schweinische Filme, wo durch pures Glück das Ding gerade versteigert wurde. Letztlich hab’ ich’s für ein relativ faires Gebot gekauft. Unglaubliches Glück, wenn man beobachtet, wie bei Filmundo duzende Suspiria-DVDs verkauft werden, indem man den Anschein erweckt, es handle sich um die Collector’s Edition.

Zur Ultimate Collector’s Edition: bei der Verpackung handelt es sich um eines dieser kompliziert auszufaltenden Digipacks, und seine markanteste Eigenschaft ist, dass es fast erstaunlich billig wirkt. Obwohl das Ding bei weitem nicht in schlechtem Zustand ist, wirkt es bereits, als wäre ein Laster darüber gefahren (und laut Internet wirkten die Dinger bereits bei Verkauf so), dazu kommt, dass die eigenartige rote Schrift auf schwarzem (oder eher grauem) Grund völlig unleserlich ist.

Aber es kommt auf den Inhalt an, und der ist superb. Gut, mit der Bonus-DVD hab’ ich mich noch nicht auseinandergesetzt, aber der Film ist in einer für sein Alter schlicht traumhaften Version enthalten, fast völlig frei von Defekten (naja, bis auf ein paar), mit leuchtenden, wunderschönen Farben, toller Bildschärfe und allem, was dazugehört. Eine DVD, die dem Film würdig ist – und das sage ich als jemand, der ihn immerhin schon auf 35 mm gesehen hat. Toll!

suspiria-screen.jpg

Danach: ein Film der zugegebenermaßen vorne und hinten nicht zu Suspiria passt. Manchmal gelingt’s eben nicht, Themenabende zusammenzustellen – und Woody Allens Anything Else (2003) war eben gerade im Fernsehen.

Kurz zusammengefasst: Jason Biggs, der Typ den die älteren unter uns irgendwo im Hinterkopf noch als den Tortenf***er aus American Pie abgespeichert haben, spielt einen jungen Schriftsteller, der sich ein Zubrot als Gagschreiber für Bühnenkomiker verdient, und der gerade in einer schwierigen Beziehung mit Christina Ricci steckt. Gut, dass sein leicht neurotischer Freund Dobel (Woody Allen) bereitsteht, um ihn zu beraten.

Und, naja, was soll ich groß schreiben? Woody Allen ist Woody Allen ist Woody Allen. Was an Anything Else vielleicht hervorzuheben ist, ist, dass er mehr an Allens frühere Arbeiten (so um Der Stadtneurotiker herum) erinnert als an Allens letzte Arbeit – nur, dass diesmal Jason Biggs die obligatorische Rolle des neurotischen jüdischen New Yorker Künstlertypen mit Beziehungsproblemen innehat, und Allen selbst eine Art ältere Version dieser Figur übernimmt.

Ansonsten noch nennenswert Danny DeVito als Biggs’ seltsam-loserhafter Agent, und Adrian Grenier a.k.a. Vincent Chase als amouröser Konkurrent. Und: Allens Musikgeschmack ist langweilig. Der Film aber ist eine geistreiche, vielseitige, exzellente kleine Beziehungskomödie, sehr unterhaltsam.

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