Ein Filmklassiker, den ich eigentlich erst heuer für mich entdeckt habe, und der dann sogleich zum Centerpiece meines heurigen Halloween-Filmabends wurde: Suspiria (1977). Im Halloween-Abend-Review habe ich mein Leid über die zu diesem Zeitpunkt noch mangelnde DVD geklagt, kaum einen Tag später hab’ ich sie dann erhalten (wie könnte es auch anders sein). Dafür lag die DVD jetzt zwei Monate herum, auf eine Gelegenheit wartend, konsumiert zu werden.
Die Gelegenheit ist inzwischen gekommen: der Herr Papa (der zuletzt mehrmals auf’m Blog erwähnt wurde) hat zu Weihnachten einen lange ersehnten Videoprojektor bekommen und so schien mir die Farbenopulenz von Suspiria gerade richtig, um den Beamer schön auszutesten.
Zum Film selbst möchte ich nicht allzu viel verlieren, ich hab’ ja eh schon letztes Mal darüber geschrieben – ich könnte höchstens darauf hinweisen, dass der Film tatsächlich hauptsächlich audiovisuell interessant ist, dass die Handlung eher auf Billig-Grusel-Niveau dahinsumpft, dass einige (Ton-)Schnitte recht eigenartig sind – oder, dass mein armer, übermüdeter Vater ein paarmal eingepennt ist – aber ich glaube, ich schreibe lieber ein bissel was über die DVD.
Ein kurzer Blick in die OFDb verrät, dass der Film beim Label “Dragon” erschienen ist – Dragon, das ist so ein halbschwindliges Ding, über das sich nicht viel herausfinden lässt – spezialisiert auf böse Filme (also Zeug, das im FSK18/indizierten Bereich herumschwirrt) – und irgendwie hängen die mit Raptor Entertainment zusammen. Von Suspiria gibt es drei Auflagen, die Einzel-DVD, eine Argento-Box, und die “Ultimate Collector’s Edition”, die sich durch eine Bonus-DVD und eine Soundtrack-CD auszeichnet. Und jetzt ratet mal, welche sich der Filmking beschafft hat…
War nicht ganz einfach, an die seit Jahren vergriffene Ultimate Collector’s Edition zu kommen – geglückt ist es mir erst über www.filmundo.de, einer Art eBay für böse und schweinische Filme, wo durch pures Glück das Ding gerade versteigert wurde. Letztlich hab’ ich’s für ein relativ faires Gebot gekauft. Unglaubliches Glück, wenn man beobachtet, wie bei Filmundo duzende Suspiria-DVDs verkauft werden, indem man den Anschein erweckt, es handle sich um die Collector’s Edition.
Zur Ultimate Collector’s Edition: bei der Verpackung handelt es sich um eines dieser kompliziert auszufaltenden Digipacks, und seine markanteste Eigenschaft ist, dass es fast erstaunlich billig wirkt. Obwohl das Ding bei weitem nicht in schlechtem Zustand ist, wirkt es bereits, als wäre ein Laster darüber gefahren (und laut Internet wirkten die Dinger bereits bei Verkauf so), dazu kommt, dass die eigenartige rote Schrift auf schwarzem (oder eher grauem) Grund völlig unleserlich ist.
Aber es kommt auf den Inhalt an, und der ist superb. Gut, mit der Bonus-DVD hab’ ich mich noch nicht auseinandergesetzt, aber der Film ist in einer für sein Alter schlicht traumhaften Version enthalten, fast völlig frei von Defekten (naja, bis auf ein paar), mit leuchtenden, wunderschönen Farben, toller Bildschärfe und allem, was dazugehört. Eine DVD, die dem Film würdig ist – und das sage ich als jemand, der ihn immerhin schon auf 35 mm gesehen hat. Toll!

Danach: ein Film der zugegebenermaßen vorne und hinten nicht zu Suspiria passt. Manchmal gelingt’s eben nicht, Themenabende zusammenzustellen – und Woody Allens Anything Else (2003) war eben gerade im Fernsehen.
Kurz zusammengefasst: Jason Biggs, der Typ den die älteren unter uns irgendwo im Hinterkopf noch als den Tortenf***er aus American Pie abgespeichert haben, spielt einen jungen Schriftsteller, der sich ein Zubrot als Gagschreiber für Bühnenkomiker verdient, und der gerade in einer schwierigen Beziehung mit Christina Ricci steckt. Gut, dass sein leicht neurotischer Freund Dobel (Woody Allen) bereitsteht, um ihn zu beraten.
Und, naja, was soll ich groß schreiben? Woody Allen ist Woody Allen ist Woody Allen. Was an Anything Else vielleicht hervorzuheben ist, ist, dass er mehr an Allens frühere Arbeiten (so um Der Stadtneurotiker herum) erinnert als an Allens letzte Arbeit – nur, dass diesmal Jason Biggs die obligatorische Rolle des neurotischen jüdischen New Yorker Künstlertypen mit Beziehungsproblemen innehat, und Allen selbst eine Art ältere Version dieser Figur übernimmt.
Ansonsten noch nennenswert Danny DeVito als Biggs’ seltsam-loserhafter Agent, und Adrian Grenier a.k.a. Vincent Chase als amouröser Konkurrent. Und: Allens Musikgeschmack ist langweilig. Der Film aber ist eine geistreiche, vielseitige, exzellente kleine Beziehungskomödie, sehr unterhaltsam.