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Tag: Österreichisches Filmmuseum

Das Archiv des österreichischen Filmmuseums

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Als Riesenfan des Österreichischen Filmmuseums habe ich mich ja schon an vielen Stellen geoutet – jetzt hatte ich die Chance, einen kleinen Blick in die Maschinerie im Hintergrund zu werfen: zufällig habe ich vor einiger Zeit Paolo Caneppele, den Leiter der Sammlungen des Filmmuseums getroffen, und dieser hat mir eine Privatführung durch die Sammlungen versprochen.

Neben Filmen sammelt das Filmmuseum (wie es sich für eine gute Cinemathek gehört) auch Poster, Filmstills, Kataloge, Bücher und andere Filmbezüglichkeiten. Die Sammlungsarbeit gestaltet sich schwierig, noch schwieriger gestaltet sich die Lagerungs- und Sortierarbeit.

Ich habe einen Blick in die Intimzonen des Archivs des Filmmuseums werfen dürfen und dabei alles dem Leser fotografisch dokumentiert und bei Flickr online gestellt (hier). Der geneigte Leser verzeihe mir die gelegentliche schlechte Kadrage oder leichte Unschärfen, die meisten Bilder sind sehr aus dem Handgelenk entstanden.

Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Paolo und hoffe, dem Leser bieten die Fotos auch den einen oder anderen Einblick in die Welt der Filmsammlungen.

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Gestern gesehen: Da steh’ ich nun, ich armer Tor…

Meine mittlerweile fast kultische Verehrung des österreichischen Filmmuseums hat mit der Entdeckung des zyklischen Programms “Die Utopie Film” (einer historischen Annäherung an das Konzept Film) neue Höhen erreicht. Vor zwei Wochen hab’ ich mir schon Erich von Stroheims ewigen Klassiker Greed angesehen (Review folgt), gestern gab’s einen schönen Klassiker des deutschen Expressionismus: F.W. Murnaus Faust (1926), seinen letzten in Deutschland gedrehten Film.

Der Fauststoff mag primär mit der Goethe-Bearbeitung assoziiert werden, Murnaus Verfilmung jedoch nimmt davon jedoch Abstand und orientiert sich mehr an der Volkssage. Die Grundelemente sind jedoch vorhanden: Dr. Faust, ein alternder Gelehrter, geht zwecks Wissensvermehrung einen Pakt mit dem Teufel (Emil Jannings) ein (konkret will Faust ein Heilmittel für die um ihn wütende Pest finden) verliebt sich in Gretchen, bla bla, Duell, bla, Erlösung durch LIEBE.

Drastisch interessanter als die (vor allem in der zweiten Hälfte ziemlich absackende) Handlung sind die unglaublichen Bilder, die Murnau da zeichnet. Die typisch expressionistisch fast an der Grenze zur Statik entlangschwammenden, genialst chiaroscuro-artigen Bilder sprengen beinahe die Leinwand, Jannings posiert sich als unheimlicher bzw. unheimlich cooler Mephisto durch die düstere Kulisse – grandios. Naja, die zweite Hälfte sackt wie bereits angedeutet schon ziemlich ab, auch visuell. (Im Filmmuseum wurde parallel auch das Gelächter etwas lauter – einige Momente der Romanze mit Gretchen grenzen stark ans Komödiantische.) Für Expressionismusfans wie den Filmking ist Murnaus Faust dennoch ein absolutes Muss.

Batman, Batman, Batman!

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Gestern gesehen: Letztes Jahr laut Resnais

Das Filmmuseum rief schon wieder nach mir, voraussichtlich das letzte Mal während der Resnais-Retro. Das Double Feature aus Resnais’ Kurzdoku über die französische Nationalbibliothek Toute la mémoire du monde (1956) – genial, unheimlich, märchenhaft, informativ – und einen seiner bekanntesten Spielfilme, L’Année dernière à Marienbad (1961), konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Über den unglaublich vielseitig lesbaren, unklaren Film lässt sich recht viel schreiben – das meiste wurde jedoch schon geschrieben und so fühle ich mich relativ redundant und überflüssig. Viel faszinierender ist es da, über Nim zu schreiben.

“Das Nim-Spiel ist ein Spiel mit vollständiger Information für zwei Spieler. Es ist ein beliebtes Beispiel der Spieltheorie, da es mit Papier und Bleistift vollständig analysiert werden kann.” (wikipedia) – anders gesagt: es gibt eine komplette Lösung des Spiels, und es ist nicht verwunderlich, dass M das Spiel immer gewinnt. X ist schon ein ziemlicher Trottel, dass er sich darauf einlässt – andererseits, Madame A ist es wert – ihre Frisur ist toll!

Und da hat der faule Resnais doch glatt vergessen, die Schatten von den Bäumen hinzuzufügen. Eine Schande, sowas.

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Vorgestern gesehen: Animiertes

Schon wieder der Gang zum österreichischen Filmmuseum – Alain Resnais läuft noch. Der Film des Abends hieß I Want to Go Home – und der hat mich gleich eingangs über meine eigenen Vorurteile stolpern lassen. Denn Resnais, das ist so ein wichtiger Filmkünstler der Sechziger, da spielen Leute wie Lino Ventura und da ist alles schwarzweiß. Und weil ich mich natürlich gar nicht auf den (mir nur aus dem Filmmuseum-Prospekt bekannten) Film vorbereitet habe, war ich dann eher überrascht festzustellen, dass er von 1989 ist. Ugly hairdos galore.

Handlung: der alternde Comic-Strip-Zeichner Joey Wellman ist auf eine Comic-Ausstellung in Paris eingeladen worden – eine Einladung, die er nur widerwillig annimmt. Das einzige, was ihn tatsächlich über den Atlantik bringt, ist seine Tochter, die in Paris studiert, und die sich von ihrem ungebildeten, proletischen Bilderl-Vater getrennt hat, um der französischen Hochkultur zu frönen. Der französischen Hochkultur in Form von Professor Christian Gauthier (Gérard Depardieu), den sie höchst verehrt. Gauthier, ein formvollendeter Franzosen-Kultur-Macho, ignoriert sie allerdings und verehrt stattdessen die (typisch europäisch) völlig überinterpretierte Zeichenkunst ihres Vaters.

Es geht um höchst gegensätzliche Auffassungen von Kunst, diesseits und jenseits des Atlantik – und um die Menschen, die mit dieser Kunst (oder Nicht-Kunst) zu tun haben. Daneben gibt’s noch die komplizierte Vater-Tochter-Beziehung, die dann auf die angrenzenden Beziehungen (etwa zwischen Joey und seiner Assistentin/Freundin) überschwappt – alle haben gemeinsam, dass sie relativ nahe am Klischee bleiben. Das allerdings in einer comichaften Spritzigkeit, dass man die Oberflächlichkeit gerne verzeiht. Spätestens, wenn Joey sich mittels eines Maskenballs quasi in seine Schöpfung “Hepp-Cat” verwandelt, und sein ohnehin schon katzenhaftes Grinsen zur Vollendung bringt, ist der verfilmte Comic vollbracht.

Danach: Futurama ist zurück! Die älteren unter meinen Lesern können sich vielleicht noch an diese herrliche Serie erinnern: damals, in den frühen 00er-Jahren, war Futurama ein Quasi-Spin-Off der mittlerweile institutionalisierten Simpsons. Futurama, meiner Meinung nach sogar ein ganzes Stück lustiger als die gelbe Familie, hatte aber die traurige Ehre, einer der Vorreiter auf dem Gebiet des FOX-Sterbens zu sein – also zu jenen genialen Serien zu gehören, die der Sender FOX trotz großer Beliebtheit mit Gewalt absetzte. Die Liste von auf diese Weise gestorbenen Serien ist mittlerweile so lang, dass es gar keinen Spaß mehr macht, sie überhaupt noch aufzuzählen, aber interessanterweise wird auch die Liste jener Serien immer länger, die von den Toten auferstehen. Nachdem Family Guy inzwischen wieder ganz regulär als Serie läuft, und Firefly in Form des Kinofilms Serenity fortgesetzt wurde, hat man sich bei Futurama für eine Art Hybridlösung entschieden: vier Filme, die zuerst als Direct-to-DVD veröffentlicht werden, um dann in Serienepisoden unterteilt im Fernsehen zu laufen. Film Nummer eins ist gerade in unseren Breiten auf DVD erschienen: Futurama: Bender’s Big Score.

Verdict: herrlich. Der Film mag zwar seine Längen haben (das 22-Minuten-Format liegt Futurama definitiv besser) und auch die diversen Witze über Spam-Mails wirken bereits wieder ein kleines bisschen dated, aber auch die sind mit einer gewissen Spritzigkeit präsentiert (die spanische National-Lotterie). Insgesamt eine gelungene Rückkehr, ich freu’ mich bereits auf Futurama: The Beast with a Billion Backs. So heißt der nächste.

Und natürlich jede Menge Alien Nudity.

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Vorgest…äh, uff, die letzten Tage

Hallo, lieber Blog. Wir haben uns ja länger nicht gelesen. Keine Angst, ich hab’ dich nicht vergessen. Es war nur so, dass ich überhaupt keine Zeit für dich hatte, wie du ja auch schon in den dahingehudelten und hoffnungslos verspäteten Fernsehtipps lesen konntest. Sorry. Ich wünschte, ich könnte dir dafür zum Ausgleich einen besonders dicken Blogeintrag spendieren – aber ehrlich gesagt, die Zeit war so knapp, dass ich überhaupt nur drei Filme gesehen habe. (Gestern ging’s dann wieder, deswegen bekommt der gestrige Tag auch einen separaten Blogeintrag.)

Das hochgepriesene österreichische Filmmuseum macht zur Zeit eine Retrospektive zu Alain Resnais, einem Filmemacher, den ich bis jetzt völlig zu Unrecht ziemlich vernachlässigt habe. Und es gibt (wenn man so die einschlägige Literatur liest) kaum einen besseren Film, um in so eine Resnais-Retro einzusteigen, als sein hochgepriesenes Ewiger-Klassiker-Werk Hiroshima, mon Amour (1959).

Ein grandioses Meisterwerk: der Film startet als ausgesprochen düstere Dokumentation über die Bombe in Hiroshima und ihre katastrophalen Auswirkungen (mit teils ziemlich verstörenden Bildern) und wechselt dann in eine Liebesgeschichte zwischen der Schauspielerin Elle, die Hiroshima für einen Filmdreh besucht, und dem Architekten Lui, der die Bombe als einziger in seiner Familie überlebt hat. In einer komplexen, match-cut-basierten Rückblendensammlung erfährt der Zuseher über Elles eigene, schreckliche Kriegserlebnisse in Frankreich. Genial, genial. Die zugehörige DVD landet sofort auf meiner DVD-Kauf-Liste, nicht nur, weil ich den bald wiedersehen möchte, sondern auch, weil die Freundin etwas zu müde war, um den so richtig zu genießen.

Ausserdem: mittlerweile hat sich ein recht umfassender Stapel an noch nicht gesehenen DVDs aufgehäuft. Ärgerlich, weil sich darunter ein paar echt schöne Filme finden. Und so hab’ ich, um den Stapel etwas zu verringern, auf die letzten Tage verteilt ein Science Fiction Double Feature (bitte keine Rocky-Horror-Witzchen) gemacht.

Schlachthof 5 (1972) hat gerade erst eine DVD von Koch Media spendiert bekommen, und da Koch Media zu den dank formidablem Programm in jeder Hinsicht unterstützenswerten Kleinlabels gehört, hab’ ich mir die auch gleich geholt. Vor veritablen Ewigkeiten hab’ ich schon mal über den Film nach Vonnegut Jr.’s Buch gebloggt – wirklich viel hinzuzufügen gibt’s eigentlich nicht, ausser, dass mir der Film immer noch ziemlich gut gefällt.

Gattaca (1997) hat auch gerade eine neue DVD spendiert bekommen, und ich habe die Gelegenheit genützt, um festzustellen, wie schnell solche Filme eigentlich aus dem eigenen Bewusstsein schwinden. Zweite Hälfte Neunziger, das ist schon wieder über zehn Jahre her, also fast schon nicht mehr wahr. Erstaunlich aber, wie gut der Film einem um Jahre verspäteten neuerlichen Sehen standhalten kann und – mehr noch – gemeinsam mit seinem Seher gewachsen ist. Ich würde mal spontan 1997 als das Jahr bezeichnen, in dem Hollywood wieder angefangen hat, jede Menge guter Filme zu machen, und Gattaca, das völlig verstiegene, abstrakte, Fifties-Reminiszente Science-Fiction-Drama, ist da definitiv eine Speerspitze. Eigentlich hätte der Film jetzt einen längeren Blogeintrag verdient, aber dafür fehlt mir schon wieder die Zeit. Es bleibt nur genug um zu vermerken, dass mich auch schon beim allerersten Sehen ziemlich beeindruckt hat, dass bei Gattaca die Leute offensichtlich in Anzug und Krawatte auf Weltraumexpeditionen gehen. Cool cool cool.

Eine Expedition zu einem anderen Planeten – no need to be underdressed.

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Gestern gesehen: Reichs Mysterien

Wilhelm Reich, (* 24. März 1897 in Dobzau, Galizien; † 3. November 1957 in Lewisburg, Pennsylvania, USA) war Psychiater, Psychoanalytiker, Sexualforscher und Soziologe. Mit der von ihm ab 1934 entwickelten Vegetotherapie war er einer der wesentlichen Begründer der Körperpsychotherapie. Nach seiner „Entdeckung des Orgons“ 1940 bezeichnete Reich seine Lehre als Orgonomie.

Screw welcomes you to the first issue of the most exciting new publication in the history of the West,. You are on the virgin trip of the first magazine-newspaper that gives sex a break and makes no bones about it.

In 1974, Betty Dodson wrote, illustrated, and self-published her first book, Liberating Masturbation: a Meditation on Selflove, which by the 80s had become a feminist classic. In 1986, she sold the book to Crown Publishing Group and it was renamed Sex for One; the Joy of Selfloving. In 1996 after doing a major revision, Sex for One became a best-selling trade paperback and was chosen for the Quality Book of the Month Club. By now Betty had been called “America’s first public masturbator” on national Television (the Phil Donahue show). Sex for One has been translated into eight foreign languages.

Die Bioenergetische Analyse beruht auf Bestandteilen der Psychoanalyse von Sigmund Freud und der Charakteranalyse Wilhelm Reichs sowie auf Lowens eigenen Beobachtungen. Reich geht in seiner “Charakteranalyse”[3] “bei der Untersuchung der Differenzierung von Charaktertypen von der Voraussetzung aus, dass der Charakter zwar seiner Grundfunktion nach in jeder Form Panzerungen gegen die Reize der Außenwelt und die inneren verdrängten Triebe darstellt, dass die äußere Form aber, in der diese Panzerung sich darbietet, jeweils historisch bestimmt ist”. Laut Lowen sind die körperlichen Analogien seelischer Vorgänge sowohl diagnostisch als auch therapeutisch im Sinne einer Reich’schen ganzheitlichen Betrachtungsweise für die Bioenergetische Analyse nutzbar. Ein psychisches Trauma (Verletzung) findet Ausdruck in einer sogenannten körperlichen Panzerung, deren Beobachtung und Analyse (das body reading) laut Lowen Charakterstrukturen offenbart. Zusammen mit den ebenfalls von Reich ausgebildeten John Pierrakos und William Walling gründete Lowen 1956 das “Institute for Bioenergetic Analysis” in New York. Diverse Nachahmungen (ohne entsprechende Ausbildung oder institutionelle Verbindung zu A.L.) der Bioenergetischen Analyse sind auch als Osho Pulsation, Pulsation, Emotional Release oder des Somatic Experience according Levine bekannt geworden.

 Achja, der Filmtitel: WR -Mysterien des Organismus (1971). Ausserdem: klick, klick, klick, klick.

[youtube FZMa9OC4xK8]

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Gestern gesehen: faster, faster, faster

Die Easy-Rider-DVD gestern bot einen guten Start ins Thema Motorrad-Romantik, an die das österreichische Filmmuseum heute nahtlos anzuknüpfen wusste: Teil eins eines sehr schönen Doppelfeatures war Kenneth Angers Chrom-und-Leder-Porno Scorpio Rising (1964).

Eine unglaublich frenetisch geschnittene Montage von reichlich homosexuell konnotierten Bikern in faschomäßig anmutender Lederkluft (nicht selten mit dazupassend umfassender Swastika-Deko), eine “Halloween-Party”, eine (angedeutete) Vergewaltigung, dazu in Parallelmontage Jesus Christus, wie er (ungefähr) dasselbe macht wie die Biker – und alles unterlegt mit bestem Happy-Sound aus den Fünfzigern.

Was mich vor allem überrascht hat: wie lustig der Film eigentlich ist. Bei all der Provokation tänzelt Anger durch sein Sujet mit einer Leichtfüßigkeit, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe. Es macht ihm sichtlich Spaß, die Bikerkultur im gleichen Maße perfekt zusammenzufassen wie auch zu parodieren, zu überzeichnen. Kenneth Anger, der unheimlich aussehende Thelema-Anhänger, der seinen Krebstod für Halloween ‘08 angekündigt hat, ist jetzt ganz oben auf meiner Watchlist. Da muss mehr gesehen werden.

[youtube IembP_LJk3w]

Ladies and Gentlemen – welcome to Violence! Über Russ Meyers epochalen Faster, Pussycat! Kill! Kill! (1965) hab’ ich vor fast auf den Tag genau einem Jahr einen recht brauchbaren Text geschrieben, der sich ein bisschen zu sehr darauf kapriziert, blöde Späße über Meyers Brust-Fetisch zu machen. Shame on me. Denn obwohl man natürlich, man verzeihe mir, nur schwer an den sekundären Geschlechtsmerkmalen von Tura Satana, Haji und Lori Williams vorbeikommt, bietet der Film mit seiner wirklich totalen und hundertprozentigen Umkehrung von filmischen Geschlechterrollen einen beinahe feministischen Ansatz. Naja, hinter etwa hundert Schichten purem Camp. Und ausserdem ist der Film ein Zitatenschatzkästchen, wie es Rainer Brandt in einer Übersetzung nicht hätte erzeugen können. Herrlich, ich finde ihn wunderbar.

[youtube eSdtmHhZd0I]

(mein WordPress tut inzwischen übrigens wieder fast so, wie es soll. Nur das Bildereinfügen macht noch Stress, deshalb ist zur Zeit die Videodichte hier auf’m Blog so hoch.)

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Gestern gesehen: Meisterwerke der Filmgeschichte

Meisterwerk 1: Die Passion der Jeanne d’Arc (1928). Carl Theodor Dreyers großer, großer Klassiker, auch hier zu finden (Platz 16). Herrlich theatralisch, mit einer grandiosen Maria Falconetti als Jeanne, in jeder Szene in Drama-Pose, inklusive Augenlichterglanz. Die bösen Klerikalen als karikistische Fratzen, Dreyer-typisch jede Menge Christentum. Unglaublich!

Meisterwerk 2: L’Âge d’Or (1930) vom hochgeschätzten Luis Buñuel, genossen im großartigen österreichischen Filmmuseum. Es passt, dass das BFI den Film auf DVD mit dem Hund gekoppelt veröffentlicht – eine stilistische Ähnlichkeit ist unverkennbar. Filmking bevorzugt zwar die späteren Buñuels, nixdestotrotz liebt er auch dessen frühe, herrlich anarchische Werke.

Meisterwerk 3: Nur die Sonne war Zeuge (1960), die erste Filmadaption um die Geschichte eines gewissen Herrn Ripley, der in seinen Kreisen als recht talentiert gehandelt wird. Alain Delon > Matt Damon, um eine kürzestmögliche Zusammenfassung zu liefern, dennoch haben beide Verfilmungen eine Daseinsberechtigung: wo Nur die Sonne quasi authentisch in der (damaligen) Gegenwart spielt, verlegt Ripley die Geschichte in die Vergangenheit. Grandios.

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Vorgestern gesehen: Kammerzöfliches

OK, das ist mir jetzt irgendwie peinlich: Luis Buñuel gehört eigentlich zu den von mir ganz toll hochgeschätzten Regisseuren, und irgendwie habe ich völlig vergessen, dass ich Tagebuch einer Kammerzofe (1964) vor Jahren schon gesehen hatte. Peinlich, peinlich. Kurz zwei Einwürfe:

  1. ist es sehr schön zu sehen, wie durch den Geburtstag der Moreau auf einmal Regisseure gespielt werden, die man sonst das ganze Jahr über mit der Lupe suchen Muss (Antonioni ist noch so einer). Und
  2. kann ich schon wieder das Filmmuseum namedroppen: nach Masumura ist nämlich das Gesamtwerk von Buñuel an der Reihe. Es zahlt sich schon fast aus, in ein Zelt vor den Pforten des ‘museums zu übersiedeln.

Zum Film: ein Bourgeoisie-kritischer Roman und Buñuel, das geht ja schon mal recht gut zusammen. Interessanterweise verlässt Buñuel allerdings die vorgegebenen Pfade des Romans, um neben der “besseren Gesellschaft” auch den “kleinen Leuten” ein paar ordentliche Backpfeifen auszuteilen, vor allem in Gestalt des pädophilen Kindermörders/Kommunisten-, Juden-, etc.-Hassers, des bösen Försters. Dazu gibt’s ein richtig düsteres Ende. Faszinierend!

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Vor drei Tagen: Asia-Arte-Trash

Als ich das letzte Mal Asiatisches aus der arte-Trash-Reihe hier auf’m Blog hatte, habe ich unwissentlich zwei Filme von Yasuzo Masumura zusammengefasst: Die blinde Bestie und Die Tätowierung. Und während ich mir ersteren vielleicht bald auf DVD kaufen möchte, segnet das mittlerweile hochverehrte österreichische Filmmuseum die Welt mit einer Masumura-Retro. Es kann also gut sein, dass es an dieser Stelle bald mehr Masumura-Content gibt.

Die vor drei Tagen besichtigten asiatischen Filme, die der Trash-Reihe von Lieblingssender arte entsprangen, stammen indes nicht von Meister Masumura. Sayuri, die Stripperin (1972) stammt von einem gewissen Tatsumi Kumashiro (oder Kumashiro Tatsumi für die totalen Asien-Nerds) und aus dem von mir mäßig geschätzten Genre des Pinku Eiga. Handlung: die Stripperin Harumi ist eifersüchtig auf die Stripperinnen-Legende Sayuri Ichijo (gespielt von Stripperinnen-Legende Sayuri Ichijo). Nach einigem Hin und Her und dem üblichem Maß an japantypisch spärlichem nackten Fleisch ist sich der Filmking recht sicher, dass ihn das Pink-Genre nach wie vor eher langweilt. Obwohl der Film, das muss man zugeben, ästhetisch wirklich sehr nett umgesetzt ist.

Danach: Gozu (2003) von Takashi Miike, den man mitunter als einen der kränkeren Japaner bezeichnen kann. Gozu macht da weitestgehend keine Ausnahme: ein Yakuza verliert langsam den Verstand, weshalb ihn sein bestester Yakuza-Freund von allen auf eine Müllhalde und dort sodann um die Ecke bringen soll. Aber es kommt anders: in unmittelbarer Umgebung der Müllhalde verschwindigt sich das (zu diesem Zeitpunkt bereits irrtümlich verstorbene) Opfer und sein verhinderter Henker findet sich mit allerlei seltsamen Gestalten aus Japans Unter- und Oberwelt konfrontiert: dubiose Banden mit Yakuza-Tattoo-Kollektion im Dry-Cleaning-System, Muttermilch-fetischistische Motel-Betreiberinnen, und seinem Opfer – das allerdings in Form einer schönen Frau wiedergeboren wurde. Soweit ganz ok, aber ich durchblicke (abgesehen von der obligatorischen Freud’schen Ebene) den Symbolismus nicht ganz und hab’ mich – bei all dem Spektakel – fast ein bisschen gelangweilt. Dennoch: originell.

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