www.peterhengl.com

Tag: Viennale

Kino-Vorschau Oktober

Business as usual: Quelle ist wie immer www.skip.at, Filme die ich mir ansehen möchte sind kursiv geschrieben.

Der Love Guru (3.10.) – Aus der Feder von Mike Myers, der eigentlich mit Wayne’s World und Austin Powers im Resumé als sichere Nummer gelten sollte. Der hier hat aber nix als schlechte Kritiken erhalten.

Der Sohn von Rambow (3.10.) – So ein postmoderner Indie-Liebling. Mal sehen.

Burn After Reading (3.10.) – Zwei Worte: Coen Brothers. Oh, und die Musik im Trailer rockt.

Hellboy II – Die goldene Armee (17.10.) – Big Red ist zurück und darf wieder paranormalem Bösen kräftig auf die Finger hauen. Da kann eigentlich fast nix schiefgehen.

Die Geschichte vom Brandner Kaspar (17.10.) – eigentlich stehen alle Vorzeichen auf “roter Alarm”: deutsche Verfilmung eines bayrischen Volksstücks mit Michael “Bully” Herbig? Andererseits war der Trailer so angenehm spritzig, dass ich geneigt bin, mir den sogar anzusehen.

Nordwand (24.10.) – und das andere Ende des deutschen Filmspektrums: eine aufgedröselte Großproduktion über die Bezwingung der Eiger N. – bereits der Trailer war kaum anzusehen. Einzig zulässige Filme zum Thema: Eastwoods eher missglückt-trashiger Eiger Sanction und Der Berg ruft vom Trenker Luisl.

Jesus Christus Erlöser (31.10.) – “…mit der Peitsche in die Fresse gehauen. Du DUMME SAU!” Ich hab’ leider keine Ahnung, was für ein Release das wird. Auf der Viennale läuft er auf jeden Fall, mglw. ist das so ein Kleinstrelease mit ein, zwei Kopien.

[youtube N99kv6ojn48]

  • Share/Bookmark

Kino-Vorschau Feber

Peinlicherweise habe ich erst jetzt gemerkt, dass ich noch gar keine Kino-Vorschau für den Wonnemonat Februar (brrr) geschrieben habe. Mit reichlicher Verspätung also hier die persönlichen Kino-Notizen des Filmking, alle Startdaten sind www.skip.at entnommen. Die Kursiven sind die, die ich gerne sehen möchte.

Into the Wild (1.2.) – Sean Penns – Achtung, jetzt kommt der Ausdruck, den ich in jedem einzelnen Review gelesen habe – Aussteigerfilm mit dem zukünftigen “Speed Racer” Emile Hirsch protzt geradezu von Stars. Will ich sehen.

Cloverfield (1.2.) – hey, der Film hat hier auf’m Blog sogar seinen eigenen Tag – was mach’ ich nur mit dem Tag, wenn sich der als Mist herausstellt?

Saw XXVII (7.2.) – c’mon.

Falco – Verdammt wir leben noch (7.2.) – ich bin zwar ein itzi-bitsi-kleines Bisschen skeptisch, aber das Portrait des zurzeit mal wieder in den Himmel gehypten Hansi ist definitiv auf der Sehen-Muss-Liste.

Der Krieg des Charlie Wilson (8.2.) – klingt eigentlich recht interessant, aber kein unmittelbares Muss.

My Blueberry Nights (8.2.) – nachdem der olle Wongkarwai nicht unbedingt auf meiner Hitliste steht, vielleicht mal auf Video nachholen.

There Will Be Blood (14.2.) – schon als PV gesehen, der beste Film seit langem, unbedingtes Muss. Review folgt demnächst auf Allesfilm.com.

John Rambo (15.2.) – schwierig, schwierig. Anders als bei Rocky sehe ich der Wiederbelebung des ideologisch ohnehin nicht ganz einwandfreien anderen Stallone-Franchises eher skeptisch entgegen.

Sweeney Todd (22.2.) – habe ich schon mal erwähnt, dass ich “Der teuflische Barbier aus der Fleet Street” für den geilsten Film-Untertitel aller Zeiten halte? Ja.

No Country for Old Men (29.2.) – ach, der startet ja auch noch. Ein neuer Coen-Film. Auf der Viennale gesehen und für absolut fantastisch befunden.

I’m Not There (29.2.) – There Will Be Blood, Coens, und dieser hier in einem Monat? Das Cineastenherz jubelt. Klick.

Meine Frau, die Spartaner und ich (29.2.) – eher esse ich mein eigenes Herz, als dass ich mich in die Nähe dieses… “Objekts” bewege. Mordgedanken steigen auf. Alle “Macher von Scary Movie” – die ja mittlerweile in die Hunderten gehen dürften – bitte schnellstmöglich aus Hollywood verbannen. Würg.

  • Share/Bookmark

Gestern gesehen: Persepolis

(Schon wieder.)

Diesmal allerdings in Begleitung der Freundin, die interessanterweise bei der letzten Sichtung des Films noch gar nicht die Freundin war. Aha. Dass ein derartiger gemeinsamer Kinogang mehr Spaß macht als alleine, ist eh klar.

Wenn sich irgendwie die Zeit findet, dann schreib’ ich heute noch eine kleine Saalbeschau für das Filmcasino. Anzumerken ist vor allem, dass ich mir bei der Erstbesichtigung von Persepolis eine größere Leinwand gewünscht hätte, und ihn jetzt auf der ebenfalls recht kompakten Leinwand des Filmcasinos gesehen habe.

Und, ebenso etwas störend: der Film war wieder (genau wie bei der Viennale) in OmU, was so halb-blöd ist, weil die reingelaserten Untertitel auf dem stark kontrastiert schwarzweißen Hintergrund nur verdammt schwer lesbar sind.

Egal, der Film ist nach wie vor großartig.

  • Share/Bookmark

Mittwochs gesehen: Fernsehen mit der Freundin

Die Freundin hat sich nicht nur als großer Fan von Ziegen herausgestellt, sondern auch dazupassenderweise als ein alter Anhänger des berühmten Buches von Johanna Spyri, Heidi. Was passt, weil der Filmking in jüngsten Jahren auch ganz gerne diese japanische Zeichentrickserie geguckt hat. Mann, da war er noch klein.

Von den unzähligen Adaptionen des Stoffes hat sich die Freundin diese hier, Heidi (2005), eine Zeichentrickadaption, auf DVD gekauft, und gemeinsam mit dem Filmking angesehen. Vorweg: die Freundin war nicht sehr begeistert, und nachträglich froh, nicht sehr viel Geld dafür ausgegeben zu haben. Der Vorwurf lautete: mangelnde Werkstreue.

Ein Vorwurf, dem ich aus einem schlichten Grund nur schwer zustimmen kann: ich hab’ das Buch nie gelesen. So, wie mir die Freundin das aber schildert, stimmt es tatsächlich, und man hat oftmals die originale Interpretation von Figuren zugunsten von stärker ausgeprägten Klischees vernachlässigt: Tante Dete etwa wird zum hinlänglich bekannten Klischee der selbstsüchtig-bösen Tante, die Heidi auf die Alm abschiebt, weil… weil halt.

Insgesamt weiß sich der Film, der einen eher kostengünstigen Hintergrund hat (der Heidi-Stoff dürfte vor allem gewählt worden sein, weil der Original-Roman mittlerweile urheberrechtsfrei ist) dennoch recht gut zu halten – die Animationen sind recht gelungen (auch, wenn die Hintergründe mehr an eine Umgebung für den Road Runner erinnern als an die schweizer Alpen), und in der deutschen Synchro steckt einiges an Geld: die deutschen Kinderstars Jimi Blue Ochsenknecht und Sidonie von Krosigk (wieso haben Kinderschauspieler bzw. Schauspielerkinder immer so bescheidene Namen?), Wolfgang Hess (Gimli) und ProSiebens Aushilfs-Barbie Sonya Kraus.

Danach, um die Stimmung wieder zu heben, der Lieblingsfilm der Freundin: Velvet Goldmine (1998), Regisseur Todd Haynes’ mangels der Rechte in Metaphern verkleidete David-Bowie-Hommage. Haynes hat hier auf’m Blog viel Lob für seinen jüngsten Film I’m Not There erfahren, und passenderweise hab’ ich die Freundin ja auf der Viennale bei der Vorführung ebenjenes Films kennengelernt.

Und was soll ich sagen? Seit meiner letzten Sichtung des Films (die bereits wieder einige Jahre her sein dürfte) ist mein Wissen über Glam Rock, Bowie, Lou Reed, Iggy (mit oder ohne Stooges) Velvet Underground, Klaus Nomi und all die anderen drastischst angestiegen, was die Goutierung des Films wesentlich verbessert hat. Er hat mir beim ersten Sehen schon sehr gefallen, jetzt, bei einer weiteren Sichtung, sind meine Poren für die zahllosen Anspielungen und Feinheiten noch wesentlich geöffneter gewesen.

Man merkt dem Film deutlich an, dass er eine Art Vorgänger bzw. Urvater zu Haynes’ I’m Not There ist, ähnlich essayistisch-subjektiv angehaucht, aber doch etwas konventioneller in seiner (Citizen Kane homagierenden) Erzählweise – keinesfalls jedoch schlechter. Ein exzellenter Film, der mit leichtfüßiger Eleganz schafft, die Atmosphäre der von ihm portraitierten Ära zu vermitteln. Toll!

velvetgoldmine.jpg

  • Share/Bookmark

Kino-Rückschau ‘07

Letztes Jahr hab’ ich auf eine Kino-Rückschau des vergangenen Jahres verzichtet, vorrangig, weil ich im ganzen Weihnachtsstress vergessen habe, eine zu machen. Heuer war ich schlauer und habe schon vor dem 24. Dezember begonnen, an diesem Eintrag zu schreiben. Hihi.

Das heurige Jahr war überhaupt ein gutes Kinojahr für mich, mit insgesamt 58 gesehenen Filmen vermutlich eines meiner stärksten überhaupt – und das, obwohl ich, abgesehen von 12 Filmen auf der Viennale, kein umfangreiches Festival besucht habe (die letzten Jahre hat normalerweise das Fantasy Filmfest meine Jahresstatistik nach oben getrieben).

In klassischer Blogging-Tradition folgt also eine völlig uninteressante, rein subjektive Hitliste von persönlichen Jahreshighlights, aufgeteilt in verschiedene Rubriken. Nachdem bei 58 Filmen allzu viele Top 100s aber wenig Sinn machen, hab’ ich mich entschlossen, willkürlich gewählte Kategorien mit einer willkürlichen Anzahl von ungereihten Gewinnern zu füllen. Ladies and Gentlemen, ich präsentiere das “Best of” anno Domini 2007:

OVERALL TOP SIX

Die sechs subjektiv superbsten Streifen des Jahres. Für diese Kategorie tauglich sind nur Neustarts des Jahres, Klassiker sind ausgeschlossen. Allerdings hab’ ich mich bei den Neustarts sehr subjektiv gehalten, Filme, die offiziell ‘06 gedreht wurden, oder in unseren Breiten erst ‘08 starten, sind ebenso qualifiziert.

  • The Darjeeling Limited Ich weiß, es ist riskant, einen so spät erst gesehenen Film in so einer Hitliste zu nennen, aber bei Wes Andersons Neuestem ist es so, dass er mit jedem Tag, der seit der Pressevorstellung vergangen ist, ein bisschen besser wurde.
  • I’m Not There Todd Haines’ ultra-subjektives, ungewöhnliches Bob-Dylan-Essay, ein wahnwitziger, verspielter Film, der (und so soll es ja sein) den Stil des Abgebildeten perfekt emuliert.
  • No Country for Old Men Naja, bei dem ganzen Kritikerlob wenig überraschend, dass ausgerechnet die Coen Brothers in meiner Hitliste landen. Aber ehrlich: ich war erstaunt, wie frisch und anders und doch Coen-typisch der Film ausgefallen ist. Großes, großes Kino.
  • Persepolis Ich war ja schon ein großer Fan der Graphic Novel, und der Film hat diese perfekt wiedergegeben (oder sogar noch verbessert). Toll. Ein zum Satrapi-Fan Gewordener dankt.
  • The Fountain Mein damaliges Review ging angesichts der Parallelen zu 2001 sogar soweit, den vorher schon hochgeschätzten Darren Aronofsky (und nicht ohne Stolz kan ich diesen Namen auswendig richtig buchstabieren) zum nächsten Kubrick zu erklären.
  • A Prairie Home Companion Abschied von Robert Altman. Ich werde dich vermissen, Alter.

BESTE KLASSIKER

Und wenn sie schon in der Hauptkategorie ausgeschlossen sind, dann bekommen sie eben ihre eigene Kategorie: Filmklassiker, die ich unter diesen oder jenen Umständen ‘07 im Kino (also dort wo sie hingehören) genießen konnte. Da diese Kategorie nicht so teuflisch viele Einträge hat, gibt’s auch nicht so viele Preisträger.

  • Der Zauberer von Oz There’s no place like home Toto I feel we’re not in Kansas anymore we’re off to see the wizard ding dong the witch is dead which witch the wicked witch
  • Die sieben Samurai Ein beinahe bewusstseinserweiterndes Kinoerlebnis, das meine Einstellung zum Kinobesuch bzw. zum Filmkonsum an sich grundlegend verändert hat. Schön!

BESTER AUSTRO-FILM

Auch dem heimischen Film muss ein Forum geboten werden. Allerdings muss der Fairness halber gesagt werden, dass es überhaupt nur zwei Kandidaten für die Kategorie gibt – was gegen den österreichischen Film genauso spricht wie gegen mich. Und nachdem Kandidat Nummer zwo vom unerträglichen Seidl stammt, hat der Gewinner leichtes Spiel.

BESTE KOMÖDIE

Wenn man Komödie mal im weitesten Sinne als alles fasst, was lachen lässt, so ist “Komödie” das einzige Genre – oder sagen wir besser: der einzige stilistische Klassifikator, der eine ausreichend große Zahl an Teilnehmern ermöglicht, dass eine Wahl der Besten tatsächlich sinnvoll ist.

  • Persepolis Schön, dass ich den schon in einer anderen Kategorie hab. Da spar ich mir Schreibarbeit. Tendentiell ist der Film zwar keine reine Komödie (sondern mehr so Tragi- oder so) aber ausreichend lustig und dynamisch, um in dieser Kategorie ausgezeichnet zu werden.
  • Superbad McLovin!
  • Immer nie am Meer Auch hier: der offiziellen Genre-Beschreibung nach zwar eine Psychogroteske, aber auf eine kranke, widerliche Art doch so lustig, dass er leicht für diese Kategorie taugt.

GRÖSSTE ENTTÄUSCHUNG

Enttäuschungen gibt’s oft im Leben, so auch im Kino. Traditionell kann ich recht gut einschätzen, wenn ein Film eine Gurke ist, weshalb ich nur selten von Filmen im Kino enttäuscht werde. Drei konnten aber heuer meine Erwartungen absolut nicht erfüllen.

  • 300 Erinnert sich noch jemand an das wochenlange Wortduell, das ich mit meiner spontan gewachsenen Menge an Kommentatoren ausgefochten habe? Ein Film, der mein Blut zum kochen bringt, wenn ich nur daran denke. (1,2,3)
  • Ghost Rider Der Film, in dem das Wort “Enttäuschung” am zutreffendsten ist. Dabei waren meine Erwartungen eh so niedrig. Aber Mark Steven Johnson hat es tatsächlich geschafft, das brennende Motorrad gegen die Wand zu fahren. Buuh!
  • Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler Helge Schneider als Adolf Hitler - das war für mich eine sichere Bank. Meh.

GRÖSSTE ÜBERRASCHUNG

Und in die andere Richtung ist es noch drastischer – was daran liegen mag, dass ich selten in Filme gehe, an die ich zu niedrige Erwartungen habe. Entsprechend gibt’s nur einen Preisträger.

BESTER SOUNDTRACK/SONG

Eine Auszeichnung, die an jene Filme geht, deren Soundtrack oder zumindest ein Song daraus mich echt monatelang verfolgt hat.

  • The Darjeeling Limited muss gleich nochmal nominiert werden: die letzten Tage und Wochen hab’ ich echt nur noch Peter Sarstedt und die Kinks in den Ohren. Spitze.
  • Lou Reed’s Berlin Eigentlich nicht ganz fair, einen reinen Konzertfilm zu nominieren – aber allein die Feststellung, dass der olle Lou nicht einmal ein Minimum an stimmlicher Veränderung durchgemacht hat, ist die Nominierung wert.
  • I’m Not There Auch hier eigentlich unfair bei einem ausschliesslich Dylan-geschriebenen (bzw. gecoverten) Soundtrack – angesichts der Tatsache, dass ich mir zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder eine CD gekauft habe, sei das aber entschuldigt.
  • Zodiac Hauptsächlich nominiert wegen einem Song: die verstörende Art und Weise, wie dieser Summende Anfang von Hurdy Gurdy Man verwendet wird. (Donovan-Verächter können sich ja auch dieses geile Video geben.)
  • Mr. Bean macht Ferien Ein Song, den ich Wochen und Monate nicht aus dem Schädel bekommen habe: La Mer – qu’on voit danser le long de golfes clairs…
  • Immer nie am Meer Und die Sonne geht auf / und die Erde geht unter / und ganz oben steht der Mond / und er scheint jeden Tag / auf die Erde herunter /von seinem Blick bleibt nichts verschont

BESTES PERSÖNLICHES ERLEBNIS IM KINO (DANKE, VIENNALE)

Bonus-Kategorie, nur erfunden, um ein besonders nettes Erlebnis zu würdigen.

  • Share/Bookmark

Kino-Vorschau November

Ich merk’ schon: so ganz pünktlich bekomme ich das mit der Kinovorschau noch nicht hin. Der November fällt übrigens verhältnismäßig schwach aus, die richtig guten Sachen hab’ ich alle schon auf der Viennale gesehen. Gut, denn ich habe eh noch einiges vom Oktober aufzuholen. Meine persönlichen Must-Sees sind wie immer kursiv geschrieben.

Gefahr und Begierde: Spitzenfilm von Ang Lee. Siehe auch Viennale.

Paranoid Park: der Neue von Gus Van Sant. Reizt mich so halb, mal sehen, wie sich’s zeitlich ausgeht.

Import Export: Seidl-Schmonzes. Seidl, das One-Trick-Pony. Vgl. auch Viennale-Review.

Von Löwen und Lämmern: von und mit Robert Redford. Wirkt mir fast ein wenig zu altbacken. Mal sehen, irgendwann mal im TV werd’ ich’s mir schon angucken.

Die Legende von Beowulf hat sich ja gerade mit Angelina-nackig-News recht geschickt in die europäische Tagespresse maneuvriert (gut gemacht, Marketing!). Trotz diesem imo etwas unsympathischen Move schon rein technisch ein Must-See.

American Gangster: es sind vielleicht nur die Nachwirkungen vom Blade Runner Final Cut bei der Viennale, aber im Moment hab’ ich so ein “Ridley Scott can do no wrong”-Gefühl.

Pornorama [...]: ein Film über die von mir aus kultureller Sicht hochgeschätzten deutschen Schmuddelfilmchen der Siebziger wäre ja dringend vonnöten, aber als deutsche Komödie geht sowas eigentlich automatisch nach hinten los.

Persepolis: eines der absoluten Highlights der Viennale, ich bin schwer versucht, mir den nochmal anzusehen.

Und die No-Go-Filme des Monats: nachdem er letzten Monat noch in meiner Gunst stand, ist Nach sieben Tagen ausgeflittert dank erbärmlicher Reviews ziemlich aus meinem Interessensspektrum verschwunden – wo das Retortenkitschdrama Mein Kind vom Mars schon von Anfang an nie war. Hans Weingartner steht für oberflächlich, platt, unerträglich – Free Rainer ist nicht von Interesse. Dungeon Siege: Uwe Bolls Herr-der-Ringe-eske Videospieladaption mit Burt Reynolds? Fast schon wieder ein Highlight…

  • Share/Bookmark

Halloween-Filmabend ‘07

Na endlich! Die Menge johlt, die Leser jubeln: mit elender Verspätung kommen endlich die Reviews zum ohnehin zwei Tage zu späten Halloween-Filmabend. Während anderswo schon Weihnachten vorgefeiert wird, ist der Filmking immer ein bisschen hinterher. Aber jetzt darf endlich auch der geneigte Leser das grandiose Line-Up erfahren, mit dem der Filmking seine heuer noch zahlreicheren Gäste drangsaliert hat.

Film 1: Film 1 war ein Sonderfall, weil der Filmking an dieser Stelle keinen Film vorgegeben hat, sondern ein Voting zuließ. Die vier Filme fallen alle so ungefähr in die Sektion des klassischen Grusels, und wurden vor allem auf der Basis vom ‘king vorselektiert, dass sie auf DVD leicht verfügbar waren. Zur Auswahl standen: Der Schrecken der Medusa (1978), Das Ding aus einer anderen Welt (1951), Der Mieter (1976) und Tanz der Vampire (1966). Der Fettdruck verrät, dass es (4:2 gegen das Ding) Polanskis brilliante Vampirkomödie geworden ist. Und ich bin heilfroh, dass es nicht der andere Polanski geworden ist, denn noch ein brauchbares Review über diesen Film hätte ich vermutlich schlicht und einfach nicht geschafft.

Witzigerweise war der hinlänglich bekannte Vampirtanz mehr so etwas wie eine Ersatznummer: ich war bei Amazon noch nicht über die 20 Euro, und so hab’ ich zwecks Versandkosten den billigen Klassiker draufgelegt, im Glauben, dass eh keiner für den hinlänglich bekannten Film votet. Und obwohl ich jetzt fernab von schönformulierten Texten die Phrase “hinlänglich bekannt” zweimal verwendet habe, ist es eigentlich so, dass ich den Film seit ewigen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Und oft ist es ja so, dass Klassiker der eigenen Kinderzeit sich beim Wieder-ansehen als ziemlich unlustig erweisen – zum Glück ist das bei Tanz der Vampire nicht der Fall: der Film hält nicht nur jeder neuerlichen Prüfung stand, der teils subtile, teils slapstickige Humor rund um die beiden patscherten Vampirjäger (”The Fearless Vampire Killers”, wie der englische Titel so schön erklärt) erweist sich als großartig und frisch wie am ersten Tag. Einzige Kritik meinerseits ergeht an das wenig großartige deutsche DVD-Cover.

Film 2: für jene zwei, die gegen die Vampire und für das Ding gestimmt hatten, gab’s eine erfreuliche Überraschung: Film 2 war nämlich Das Ding aus einer anderen Welt (1982), großartiges Eighties-Remake von John Carpenter. Carpenters düsteres, makeup-meisterliches Grusel-Lehrstück greift Motive und Themen sowie einzelne Szenen des Originals auf und schafft es, die wesentlichen Fifties-Konzepte von Paranoia, Angst vor dem Fremden und gegenseitigem Misstrauen noch zu vertiefen. Anders als im Original, in dem das tituläre “Ding” ein recht konventioneller Alien-Astronaut war, ist das “Ding” hier wirklich reichlich entmenschlicht: ein bösartiger Formwandler, der sich als jeder der Männer der Eisstation tarnen kann, und sich dann meist in widerlichster Form offenbart. Geschickt hält sich Carpenter vage in den Erklärungen, wer wann vom Monster ersetzt wurde, und steigert somit den Verfolgungswahn – hin zum apokalyptischen, ultradüsteren Finale.

Film 3: erinnern Sie sich? Bei meinen Viennale-Reviews habe ich einen Film ausgespart, mit dem Hinweis, dass ich den Kumpels nicht die Gelegenheit geben möchte, näheres über ihn zu recherchieren, weil er beim Halloween-Filmabend vermutlich gezeigt werden wird. Und unmittelbar nach dem Viennale-Screening habe ich mich auch schon daran gemacht, eine entsprechende DVD zu organisieren. Für Filmking muss es natürlich das beste sein, weswegen ich alle verfügbaren Hebel in Bewegung gesetzt habe, um die superlimitierte, längst vergriffene Special-Edition-DVD von Suspiria (1977) aufzutreiben. Weil die bei Filmundo ersteigerte DVD leider nicht mehr rechtzeitig gekommen ist, musste ich dann ärgerlicherweise auf eine Internet-Raubkopie zurückgreifen, die dann allerdings sehr überrascht hat, was die Bildqualität angeht.

Denn die Bildqualität ist eindeutig der erste Belang, was Dario Argentos opulentes, technicoloriertes Zuckerlspektakel angeht. Ob junge Mädchen in pastellfarbenen Riesenräumen grausamst gehängt werden, oder ob sie durch primärfarbene, böse Korridore schleichen: Suspiria ist eine durchgestylte Attacke auf den Sehnerv (und passenderweise hat sich Argento ja für die Fortsetzung dann Italo-Farbspezialisten Mario Bava an Bord geholt). Aber es wäre reichlich unfair, Suspiria nur auf das Bild zu reduzieren: auch der Ton ist dank den extrem ohrwurmigen Klängen der italienischen Prog-Rocker Goblin extremst erinnerungswürdig. Was bin ich froh, diesen Film erstmals auf der Riesenleinwand des Gaatenbaus gesehen zu haben.

Und leider hat sich danach schon ein nicht ungeringer Teil der Belegschaft vertschüsst (obwohl das zugegebenermaßen verzeihlich ist, da sie Suspiria unverständlicherweise eh schon teils schlafend verbracht haben), denn Film 4 war wieder mal mit weitem Abstand das Schlimmste und Schrecklichste, was ich auftreiben konnte: ein epochales Meisterwerk, mit Reminiszenzen zu den Fünfzigern (Paranoia, Kalter-Kriegs-Metapher, Wir-gegen-die-Gedanke), Sechzigern (eindeutiger thematischer Querverweis auf Hitchcocks Vögel) und Siebzigern (Umwelt schlägt zurück, Mensch gegen Natur). Die Rede ist, wie jeder gute Cineast recht eindeutig entlarvt haben dürfte, von Angriff der Killertomaten (1978).

Endlich wieder ein Film, der sich nach allen Regeln der Kunst mit dem Trash-Etikett versehen lässt: Killertomaten ist so schlecht, dass er fast schon wieder wirklich schlecht ist, jenseits aller postmodernen Ironie. Was noch wesentlich schlechter ist als das nonexistente Budget oder ebenso sträflich abwesende Drehbuch ist der auf Präpubertierenden-Niveau angesiedelte Humor, für den “Holzhammer” ein zu subtiler Begriff ist, und der auch dann nicht zielsicher wäre, hielte er sich nur wenige Millimeter vom Pissoir entfernt auf. Aber vielleicht ist es gerade der dadurch entstehende Non-Sequitur-Faktor, der den Film dann doch wieder sehenswert macht. Wir lachen über den Film, nicht mit ihm. Was als einzige Frage zu klären gilt: wie hat es ausgerechnet dieser Film auf eine Special-Edition-Doppel-DVD gebracht?

suspiria-screen.jpg

Lost in a Wonderland of Color And of Sound: Suspiria.

  • Share/Bookmark

Montag: mehr Dylan

Ich bin durch allgemeinen Stress schon wieder hoffnungslos im Bloggen hinterher. Eine Aufholung der letzten Tage erfolgt stückweise nach eigenem zeitlichen Vermögen.

Ein durch den auf der Viennale gesehenen I’m Not There gesteigertes Interesse am großen Barden brachte mich endlich dazu, mir Martin Scorseses üppig-informative Mammut-Doku Bob Dylan – No Direction Home (2005) endlich einmal anzusehen. Das Ding lagert schon seit geraumer Weile auf der DVR-Festplatte, und war angesichts seiner dreieinhalbstündigen Laufzeit noch nicht so recht im Fokus des Filmking gewesen.

Fazit: “Like a Rolling Stone” hallt nun endgültig pausenlos durch meine Ohren. Schade ist zwar, dass sich die Doku auch mal wieder hauptsächlich auf die Prä-Motorrad-Unfall-Ära konzentriert und (trotz ihrer Lauflänge) relativ wenig bis gar keine Zeit auf das Danach richtet. Dafür wird Dylans Leben ausführlichst und mit extensiven bzw. exzellenten Musikbeispielen untermauert. Gerade für bisher mäßig Dylan-Informierte gibt’s hier einiges zu lernen. Und es ist erstaunlich, dass die 210 Minuten tatsächlich wie im Flug vergehen. Gut!

  • Share/Bookmark

Gestern – vorgestern: Unheimliches

So irgendwie in die Ritzen der Viennale hab’ ich dann die letzten Tage auch noch zwei andere Filme gequetscht:

Angel Heart (1987) hab’ ich schon vor Ewigkeiten mal gesehen, damals aber nur so halb und halb verschlafen und irgendwie überhaupt nicht so richtig. Mickey Rourke spielt Harry Angel, Privatdetektiv, der für den unheimlichen Südstaatler Louis Cyphre (Robert De Niro) einen gewissen Johnny Favorite finden soll. Auf Harry warten einige ausgesprochen böse Überraschungen…

Und so dämlich wie die Figurennamen ist der Film zum Glück nicht. Ihm mag zwar manchmal ein bisschen die notwendige Rafinesse fehlen, insgesamt überzeugt er aber doch mit einer Stimmung, die so ein bisschen in Richtung “Southern Gothic” geht (allerdings mehr im traditionellen Grusel-Sinne). Irgendwie sehr Late-Eighties, aber doch auch sehr genießbar.

Donovans Hirn (1953): ein Wissenschaftler hat eine neue Methode entwickelt, Gehirne ausserhalb des Körpers am Leben zu erhalten und kann diese gleich an einem schwer verunglückten Multimillionär testen. Doch das entkörperte Gehirn übernimmt von seinem Brutkasten aus die Kontrolle über den Wissenschaftler und benutzt ihn, um alte Rechnungen zu begleichen…

Eine offensichtlich mehrfach adaptierte Geschichte – IMDb verweist auf zwei weitere Filmversionen und ein Radiohörspiel in dem Orson Welles (wer sonst) die Stimme des Wissenschaftlers gibt. Diese Version hier ist ein recht passables B-Filmchen, das zumindest Genre-Fans etwas Freude bereiten dürfte.

donovansbrain.jpg

“Wir hätten uns doch lieber einen Goldfisch kaufen sollen.”

  • Share/Bookmark

Viennale: Danny Williams

Ich muss dem geneigten Leser und Filmfreund natürlich nicht sagen, wer Danny Williams ist. Oder halt, Moment, doch. Der Männe ist so unbekannt, dass ihn die Wikipedia nicht kennt, und die IMDb scheinbar auch nicht. Lediglich der Begleittext im Viennale-Katalog gibt Aufschluss über die Kurzfilme von Danny Williams.

Also: Danny Williams, ein junger Student, beschließt, zu Warhol in die Factory zu ziehen, verliebt sich in Warhol, dreht einige experimentelle Kurzfilme. Warhol trennt sich von Danny, woraufhin dieser spurlos verschwindet – bis heute. Seine Nichte, ebenfalls Filmemacherin, hat die drei bei der Viennale gezeigten Kurzfilme dann später im Warhol-Nachlass entdeckt.

Die Filme selbst sind ebenso faszinierend wie ungewöhnlich: schwarzweiss, ohne jeglichen Ton, und “in der Kamera” geschnitten, also durch Kamerastoppen und anderswo weiterfilmen. Gerade letzteres Faktum will man gar nicht so recht glauben: die Filme sind frenetisch, hektisch, beinahe epileptisch, aber doch von einer bemerkenswerten räumlichen und zeitlichen Kohärenz. Zugegeben: zu so später Stunde war es nicht unanstrengend, die in ihrer Geräusch-Armut eher einlullend wirkenden Filme zu genießen, aber dennoch war das Filmerlebnis ein ausgesprochen ungewohntes, interessantes. Das Einzige, was mich im Moment daran ärgert, ist, dass ich keine Gelegenheit haben werde, mir die zugehörige Danny-Williams-Doku anzusehen.

  • Share/Bookmark