Fernsehtipps Woche 14/06

Grüß Gott,

Eine ziemlich fette Fernsehwoche kommt auf uns zu: 22 voll krass-brontale Fernsehtipps müsst ihr diese Woche auschecken. Voll fetzig, echt frech!


Der FREITAG startet mit Die Verurteilten, möglicherweise der besten Steven-King-Verfilmung überhaupt. Moment, nein, der zweitbesten: ich habe natürlich Kubricks Shining nicht bedacht. Also: "Die Verurteilten" ist die zweitbeste King-Verfilmung. Und die beste Nicht-Horror-Verfilmung. (20.15, RTL II)

Wer noch keinen Lars von Trier gesehen hat, der sollte möglicherweise Dancer in the Dark, das Musical mit Björk ansehen. Von Trier ist vermutlich das arroganteste Aas in Europa, jeder einzelne seiner Filme ist amerikakritisch, obwohl er noch nie dort war, so ein Aas. Seine Filme sind aber trotzdem gut. (23.05, WDR)

Ein (vermutlich stark gekürztes)Kuriosum beitet zeitgleich RTL II: Die rote Flut ist das amerikanische Gegenstück zu "Tal der Wölfe" - da wird den *#~§§ Commies noch gezeigt, wo der Hammer hängt. (23.15, RTL II)

Später dann ein Film, der ein unbedingtes und unvermeidliches Muss für jeden ist, der ihn noch nicht kennt, und für jeden, der ihn schon kennt. Pulp - Malta sehen und sterben. Blut floss wie aus einem geborstenen Wasserrohr. (02.40, ORF 2)

In der Nacht dann der erste "blinde" Tipp (= ich kenne ihn selbst noch nicht): What's new, Pussycat?, eine frühe Schreibarbeit von Woody Allen, mit Peter Sellers in der Hauptrolle. Was mich an diesem Film am Meisten interessiert, ist, ob Peter Sellers einen neurotischen New Yorker Juden spielt. (00.00, WDR)

SONNTAGS dann ein Copfilm-Klassiker (wenn nicht der): French Connection - Brennpunkt Brooklyn. Ich persönlich finde den zwar ein bisschen fad, Copfilm-Freunde könnten den aber durchaus goutieren. (1.25, SF 1)

SONNTAG Nachmittag dann ein Film, der irgendwie ständig im Fernsehen ist - deswegen aber keinesfalls schlecher wird: Cameron Crowes Rockband-Tourfilm Almost Famous, rund um eine fiktive Band und einen 17-jährigen Möchtegern- Musikjournalisten - und das Ganze quasi-autobiographisch. (16.20, PRO 7)

Im Hauptabend programm findet sich dann zuerst M. Night Shyamalans dritter, Signs. Und ich bin jetzt erst einmal baff dass ich seinen Namen aus dem Gedächtnis komplett richtig geschrieben habe. Call me Mr. Film Geek. Signs ist meiner Meinung nach Shyamalans (<-- schon wieder!) schwächster, aber immer noch ein guter Film. Heuer hat der Shyamalan übrigens einen Neuen am Start, und zwar "Lady in the Water". Klingt vielversprechend. (20.15, ORF 1)

Parallel dazu noch ein "blinder" Tipp: Der zerissene Vorhang, ein Film, über den ich absolut gar nichts weiss, ausser dass der Regisseur niemand Geringerer als der grandiose Alfred Hitchcock ist. Grund genug, einmal reinzuschauen. (20.15, Das Vierte)

Fast zeitgleich zeigt arte den Katastrophenfilm San Francisco. Ein Film, über den ich ebenfalls nichts weiss, allerdings habe ich schnell ein bisschen recherchiert: neben der interessanten Besetzung (u.a. Clark Gable und Spencer Tracy) ist vor allem Regisseur W.S. Van Dyke (der Regisseur der ersten vier "Dünnen Männer") nennenswert. Der Film selber soll ein interessanter Film aus dem Jahr 1936 (!) sein. (20.40, arte)

Pro Sieben zeigt dann noch den recht kurzweiligen Science-Fiction-Horror Event Horizon. Darin verschwindet das gleichnamige erste Überlichtraumschiff der Menschheit bei seinem Jungfernflug, um dann einige Jahre später irgendwo am Hinterteil des Sonnensystems wieder aufzutauchen. Recht unheimlich, und der nachweislich einzige Film dieses Regisseurs, der etwas taugt. (22:55, Pro 7)

Und danach noch ein exzellenter Film von Ausnahmeregisseur David Lynch: Mulholland Drive. Wer den Film beim ersten Ansehen vollständig versteht, dürfte Nobelpreisanwärter sein. Und wer ihn immer noch nicht kennt, sollte schleunigst etwas nachholen. (23.15, SWR)

Noch später bringt der NDR dann Scorpio, der Killer, einen Film mit Burt "Leopard" Lancaster und Alain "Neffe vom Leopard" Delon, der zu einem großen Teil in Wien spielt. (00.00, NDR)

Am MONTAG dann das düstere "based on real facts"-Drama Lilja 4-ever von Lukas Moodysson, in dem die kleine Lilja lernt, wie super toll es ist, in einer russischen Satellitenstadt nach Ende des kalten Krieges zu wohnen. (22.40, arte)

Am DIENSTAG gibts dann eine zweite Chance, Scorpio, der Killer zu einer etwas menschlicheren Zeit zu geniessen. (22.10, WDR)

MITTWOCH: BSG-75 --> RTL II. Präsident Roslin lernt, dass therapeutisches Kiffen seltsame Nebenwirkungen haben kann. (20.15, RTL II)

Kaltblütig ist der Film, der mittlerweile einigen etwas sagen sollte, dank der medialen Multipräsenz von Oscargewinner Capote - "Kaltblütig" ist nämlich genau die berühmte Verfilmung des berühmten Buches. (22.45, arte)

Danach noch ein Italowestern-Meisterwerk von niemandem geringeren als dem König der Italowestern, Sergio Leone: Todesmelodie ist übrigens der zweite Teil von Leones Amerika-Trilogie, die ausserdem aus "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Es war einmal in Amerika" besteht. (23.05, WDR)

Danach noch einmal (weils so schön war, und die dritten Deutschen alles tausendmal wiederholen müssen): Klute mit Donald (Papa vom "24"-Kiefer) Sutherland und Jane (genau, die Hanoi-Jane, bzw. die Gymnastik-Jane) Fonda. (00.15, HR)

DONNERSTAG dann ein Film, den die meisten schon kennen: Ghost World mit Thora Birch und Scarlett Johansson. Scarlett Johansson! Tolle Comicverfilmung frei nach Daniel Clowes. (00.05, SF 1)

In der Nacht dann ein Film, der nur bedingt etwas in artes Trash-Reihe verloren hat: Die Nacht der lebenden Toten , George A. Romeros genre-prägender Zombiefilm. (00:30, arte)

Und zum Abschluss noch ein "blinder" Tipp: Maschinenpistolen, ein klassischer Gangsterfilm mit James Cagney. Absoluter Klassiker. (00:50, ARD)


Soweit die Tipps für diese Woche. Over and Out.