Fernsehtipps Ausgabe 22/06

Grüß euch Gott,

Eine neue Woche bringt auch jede Menge neuer Fernsehtips - und diese Woche zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es in meiner Liste fast genauso viele besonders empfehlenswerte Filme wie normale Tipps gibt. Also: die roten Tipps sollte sich wirklich jeder ansehen.

Freitag

Ali ist Michael Manns Biographie des weltberühmten Boxers Cassius Clay alias Muhammad Ali. Hauptdarsteller Will Smith kann man mögen oder auch nicht, der Film ist auf jeden Fall ein recht gelungenes Portrait der Boxlegende. (20.15, RTL 2)

Gleichzeitig zeigt Schundsender SuperRTL eine Art Zusammenschnitt der drei Wallace & Gromit- Kurzfilme unter dem Namen Wallace & Gromit - Das muss kneten! - sofern man in der Lage ist, den dummen Titel zu ignorieren, dürfte man sich an der britischen Knet-Meisterleistung der Aardman-Studios durchaus amüsieren. (20.15, Super RTL)

Spät in der Nacht bietet der BR dann noch eine zweite Gelegenheit, sich Martin Scorseses Dylan-Doku Bob Dylan - No Direction Home anzusehen. (2.30, BR)

Und ganz ganz ganz besonders spät in der Nacht ein Film, von dem ich noch nie gehört habe; die Tatsache, dass er aus Trashland Nummer Eins Italien stammt, und der absolut geniale Titel zwingen mich aber dazu, ihn zu empfehlen: Vampire gegen Herakles. Mein Videorecorder ist programmiert! (3.50, Kabel 1)

Samstag

Wer die geniale Gesellschaftssatire noch nicht kennt, deren Buchvorlage ich gerade lese, und wer am Samstag zufällig in Innsbruck ist, sollte sich im Schweizer Fernsehen den herrlichen 80er-Jahre-Yuppie-Oberflächlichkeits-Overkill (=doppeldeutig) American Psycho ansehen. Alle anderen, die den Film noch nicht kennen, und nicht in Innsbruck sind, können sich von mir die DVD ausleihen. (0.35, SF1)

Sonntag

Möchtegernliteraten sollten sich unbedingt Die Wonder Boys ansehen. Während ein verzweifelter Literaturprofessor (Michael Douglas) versucht, an seinen einstigen Erfolg anzuknüpfen, und sich beim Verfassen seines Tausend-Seiten-Wälzers ständig verzettelt, geht das Schreiben seinem neurotischen Schützling (Tobey Maguire) wesentlich leichter von der Hand. (20.15, ATV+)

Und, wenngleich nur die gekürzte europäische Fassung gezeigt wird, sollten sich WM-Interessierte (und weniger interessierte) ansehen, was passiert, wenn aus Shaolin-Mönchen Shaolin Kickers werden. Dann geht's nämlich frei nach aktuellem Hongkong-Kung-Fu-Wunderkind Steven Chow ziemlich rund. (20.55, arte)

Montag

Und wer noch keinen Film von Jim Jarmusch kennt, könnte das mit Ghost Dog - Der Weg des Samurai zu später Stunde korrigieren. (0.20, ORF2)

Dienstag

Wenn Luc Besson schreibt und produziert, kommt meistens Gutes dabei raus. So auch bei der rasanten Action-Komödie Taxi - ein rasender Franzmann-Taxifahrer, ein führerscheinfreier Polizist und besonders fiese BMW-Deutsche sorgen für Stimmung. (22.10, WDR)

Mittwoch

Wie wir alle wissen (sollten), sind in den Sechzigern und Siebzigern Underground-Comics in den USA ziemlich beliebt geworden. Anführer der Undergroundler war Robert Crumb, einer seiner Kumpels war Harvey Pekar. Letzterem ist vor einigen Jahren ein exzellentes filmisches Portrait gesetzt worden, das frei nach seiner Comicreihe den Titel American Splendor trägt. Und wie der Titel nahelegt, ist Pekar (formidabel dargestellt von Paul Giamatti), der auch in seinen Comics seine eigene Hauptrolle spielt, ein miserabler Grantler, der alle hasst. (23.15, WDR)

Donnerstag

Asphalt-Dschungel beinhaltet nicht nur einen sehr sehr frühen Filmauftritt von Marilyn Monroe, er ist auch ein sehr sehr sehr cooler Gangsterfilm. (23.20, SWR)

Es gibt absolut keinen menschlich erklärbaren Grund, warum jemand nicht Duell am Missouri ansehen sollte. Der Film ist, wie der Titel nahelegt, ein Western, und die Duellisten sind (der noch sehr junge) Jack Nicholson und (der bereits sehr fette) Marlon Brando. Gerade letzterer dürfte in keinem anderen Film mehr so über über über über über cool gewesen sein wie in diesem. Punkt. (0.50, ARD)